Wipeout

»Black Light District Boys«

Klanggalerie/Dark Vinyl/Ixthuluh (Vinyl: Trost)

Österreich, du Land der Selbstverhinderer! Warum, nur warum muss dieses bösblöde Schicksal immer die Besten treffen? Und warum sind diese zu einem Gutteil selbst schuld daran? Wipeout waren immer die Könige im Zwischenstuhlbereich, cyberdekadenter wie aufklärerisch psychotischer Industrial Dance Pop. Ihre Debüt-EP und der lediglich kränklich gemischte Klassiker »Swamps of Happiness« waren brightest new hope des alpinen Undergrounds, Jahre bevor Prodigy und Blechkonsorten elektroiden Riff-Rave salonfähig machten. Nachher galten sie als Imitatoren, machten selbst auf exaltiert verdrehte britische Synth-Wave, mit der glammenden Mutterfresse Didi Bruckmayr als intellektuell manischen Entglätter von Fadi Dorningers Popdickicht. Mit »Anthems for the Underachievers« kam vor zwei Jahren endlich wieder ein Masterpiece, das sich locker mit Geistesgenossen in Sachen Elektroklatsche vermessen hätte können. Mit Angelika Köhlermann hatte man die scheinbar richtige Labelrutsche. Und war ausnahmsweise zeitgerecht dran. Und was nun? Ein hirngewursteltes Schundmachwerk aus drei elendig neu überarbeiteten Gustostückerl der Frühphase. Und sieben gothende, stumpf pumpernde Deppentracks für die hinterletzte Zillo-Front der schwarzen Automasturbatoren. Ein Platte gewordenes, liebloses Ersatzteillager ohne Clou wohin es gehen will. Bruckmayr deliriert als saftlos gewordene Lalldiva, die inmitten der eigenen Texte einschlafen möchte, betäubt sich mit den immerfalschen Voice-Effekten. Gast Peter Androsch klampft drüber als wäre Kolonovits sein neuer Best Buddy. Und selbst der rettungslos umarmenswerte Regierungsfeindtext zu »Allianz der korrupten Streber« mutiert schnell zu morakonalem Deklamationsdreck. Doch zu alt geworden? Wir sitzen am Aschehaufen und warten geduldig…

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