Akira Sakata

»Arashi«

Cien Fuegos

Die drei fackeln nicht lang und legen mit dem titelgebenden Sturm los, der zwölf Minuten lang die Unsinnigkeit aus deinem Leben bläst. Ich gebe ungern zu, dass Sakata für mich bislang kein Haushaltsname war. Das hat sich kürzlich durch die fantastische Band Chikamorachi mit Jim O’Rourke und Chris Corsano und einem wohl schon jetzt legendären Auftritt beim Brötzmann-»Unlimited« in Wels geändert. Auch hier zeigt der 1945 geborene Saxophonist, warum nicht nur auf seinem Haupt kein Gras mehr wächst. In diesem Kopf ist einfach zu viel zu schnell los und kein Platz für Klischees. Und dann singt er. Das Magazin »Freistil« meint, seine gutturalen Vocals seien vom No-Theater beeinflusst, ich dachte spontan an die unheimlichen Wälder rund um den Fuji. Das Ondo im Songtitel übersetzt Wiki mit »sound head« – passt auch gut. Die Rhythmusachse dampft über Siedepunkt. Die ohnehin breite Ausdruckspalette wird zum Schluss mit »Fukushima Now« elegisch erweitert, Sakata zeigt hier auch auf der Klarinette seine Meisterschaft. Dass Paal Nilssen-Love derzeit ziemlich ausufernd auf Höchstlevel agiert, dürfte skug-Lesern bekannt sein. Bei diesem von ihm ins Leben gerufenen Trio können wir nur hoffen, dass er Zeit für eine Weiterführung findet.