Pungent Stench

»Ampeauty«

Nuclear Blast

Schlag nach bei Walter Benjamin: »Der Engel der Geschichte» beleuchtet eingehend den Erkenntniswert des Schocks«. Allerdings erfordert das umfangreiche Booklet der neuen Pungent Stench-CD armdicke Drahtseilnerven, und eine heilsame Einsicht scheint schlicht zu hinken. Zuständig für das Artwork ist der Künstler Gerhard Aba, der gerne Frauen mit amputierten Gliedmaßen in erotischen Tableaus ablichtet. Diese bizarren, sicher schockierenden Bilderwelten spiegeln sich in den Texten der zehn Songs wider und sorgen für das typische Ambiente der drei Wiener Provokateure.

Bitterböse-sarkastisch bleiben die Texte, auch nach dem langen Bühnen- und Studio-Abschied bei ihren Fans in den späten Neunzigern.

Schiebt man das Cover beiseite und die CD in das Abspielgerät, blasen einen ein grooviges Fundament und klingenscharfe Akkorde um die Ohren, wogegen andere Düster-Bands nur noch erlahmen. Den Extrem-Metallern gelingt es freihändig, scheinbar so weit auseinander liegende Stile wie Death Metal und Stoner Rock unter einen Hut zu bringen, ohne stumpf nach Crossover zu klingen. Wer sich auf den morbiden Charme dieser Band einlässt, bekommt ein abwechslungsreiches Album zu hören, dessen harte Gangart zu einem rhythmischen Zucken bis in die letzten Gliederspitzen zwingt.