Als Durante kam

Mit seinem neuen Buch »Als Durante kam«, bleibt Andrea De Carlo seinen Lieblingsthemen treu: Freundschaft und der von au&szligen induzierten Lebensveränderung.

Durante ist ein Lebenskünstler, den es in ein friedliches Tal in Norditalien verschlägt. An seinem Auto hängt ein Pferdeanhänger, inklusive Pferd. Wovon er genau lebt, ist nicht klar, er gibt ab und an mal ein paar Reitstunden. Die ländliche Idylle bringt Durante insofern durcheinander, als er den Frauen der Region den Kopf verdreht: Zunächst ist es Astrid, die österreichische Frau von Pietro – die beiden betreiben miteinander eine Weberei. Dann Astrids Schwester Ingrid, in die auch Pietro verliebt ist. So ist plötzlich jede der Hauptfiguren auf der Suche nach sich selbst und sogar Pietro, der Durante zunächst ablehnend gegenübersteht, kann sich dessen Charisma nicht erwehren und begibt sich mit ihm auf einen Roadtrip durch Italien und die Schweiz.
Freiheit hat ihren Preis
Einmal mehr erzählt De Carlo eine überzeugende Geschichte, und das in so klaren Bildern, dass man die Verfilmung bereits vor sich zu sehen glaubt. Durch die Ich-Erzählperspektive (Pietro) fühlt sich der Leser unmittelbar angesprochen und inmitten in der Geschichte. Das Thema Freiheit behandelt der Autor anhand der Figuren Durante und Pietro – der eine in völliger Freiheit, der andere scheinbar schon in seinen Webfäden gefangen. Die Annäherung dieser beiden Gegensätze zeigt am Ende das, was De Carlo selbst zu diesem Buch sagt: »Durante ist ein freier Mensch. Doch die totale Freiheit hat ihren Preis.
« Andrea De Carlo: »Als Durante kam« (Diogenes: Zürich: 2010), 468 Seiten
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