Nick Jonah Davis ist ein britischer Gitarrist, der oft eher als Solist, hier aber mit Band in Erscheinung tritt. »Rose Delta Rising« beinhaltet acht ruhige bis sehr ruhige instrumentale Kompositionen, ins Werk gesetzt mit klassischer Bandbesetzung (Gitarre, Bass, Schlagzeug und hier und da Orgel). Musik, die sofort entsprechende pastorale Szenen ins Bewusstsein ruft: Je nachdem entweder englische oder amerikanische Landstriche, mehr oder weniger stark bewaldet, auf jeden Fall aber dünn besiedelt. Keine Menschenseele weit und breit. Die idyllischen Eindrücke, die sich vorm inneren Auge einstellen, wo kommen die eigentlich immer automatisch her? Habe ich zu viele Western gesehen oder bin ich schon wieder urlaubsreif? Wie dem auch sei, bestimmte Ton- und Akkordfolgen, gewisse Instrumente und die Art, sie zu spielen, bewirken diesen Effekt und das ist sicher ebenso beabsichtigt wie gewünscht. Die Musiker haben ihre Hausaufgaben gemacht, kennen einschlägige Americana-Werke und solche des britischen Folk und wissen, wie sie aus eigener Kraft entsprechende Atmosphären musikalisch heraufbeschwören können – und ich lasse mich gerne von solchen akustischen Trugbildern verführen, die mich an Ry Cooders »Boomer’s Story« (oder bekannter: »Paris, Texas«), Bert Janschs »L.A. Turnaround« und Bruce Langhornes »The Hired Hand« erinnern, die aber auch für sich bestehen und begeistern können. Als Referenzen jüngeren Datums könnten noch das Gunn-Truscinski Duo oder Elkhorn genannt werden, zum Beispiel. Im Grunde genommen ist es so: Entweder man kann von dieser Art stimmungsvoller instrumentaler Musik nicht genug bekommen – oder man weiß gar nicht, was die Aufregung um so angenehm unaufdringliche Musik soll? Ich habe mich ja schon positioniert und empfehle, den offenen instrumentalen Klanglandschaften aus der Feder von Nick Jonah Davis ein ebenso offenes Ohr zu leihen.
Nick Jonah Davis
»Rose Delta Rising«
Eiderdown Records
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