Unbeschwertes Geknüppel aus Finnland. Junge Leute blicken finster drein, wälzen sich in allerlei Unrat und Gedärmen und bannen ihre so zusammengesponnenen Fantasien in herrlich sinnbefreite Wortungeheuer: »Veins of Rotten Blood«, »Extinguished Souls of Putridity«, »Sulfuric Paths of Agony« – alles dabei und noch mehr. Entsprechend stilecht klingt auch der Old School Death Metal dazu und das Artwork des Albums wartet natürlich mit einem Pentagramm auf! Unheilige Umtriebe im Geiste der frühen 1990er-Jahre. Musik, die Körper, Geist und Seele reinigt. Dass sie etwas eklig inszeniert erscheint, liegt ja lediglich daran, dass sie ästhetisch überhöhter Ausdruck all der Widerwärtigkeiten und sinistren Vorgänge ist, die einen tagtäglich so plagen können und die eben auch bewältigt werden wollen. Da hilft auch die Vergegenwärtigung im Medium extremer Musik. Um bei den drei genannten Beispielen zu bleiben: Wer noch zur Schule gehen muss, mag jeden Morgen auf »Sulfuric Paths of Agony« seinem Schicksal entgegen gehen. Wer sich mit Hämorrhoiden herumschlägt, kann ein Lied von »Veins of Rotten Blood« singen, und die Wahrscheinlichkeit ist hier und da landauf, landab gegeben, dass Mitmenschen als »Extinguished Souls of Putridity« in Erscheinung treten. Wie soll man also damit fertig werden? Hier helfen Azatoth. Da ist, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer Lage, für jede*n was dabei!
Azatoth
»Carnal Lust of Blasphemy«
Extremely Rotten Productions
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