Wenn jemand schon im Konjunktiv sein Anliegen mit einem erhofften positiven Ausgang andeutet, dann ist die Situation wirklich schlimm: ein langes und sehr langatmiges Jahr neigt sich zum Glück wieder einmal dem Ende zu. Warum Glück? Es geht natürlich weiter und alle Subventionsansuchen für 2007 bekommen neue Wirkung. Nur wird noch immer zu wenig finanziert oder dem Falschen, für die Mehrheit des Publikums wohl richtig, aber für die Minderheit der nicht so leicht zufrieden zu stellenden Bevölkerung wird einfach zu wenig getan. 2006 stand im Zeichen des sicherlich erstklassigen Komponisten und historisch noch immer immens lang anhaltenden Wirtschaftsfaktors Mozart, einem weniger präsenteren Sigmund Freund, dafür aber in der medialen Dauerpräsenz des doch bald einmal abzutretenden Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel. Er war mit seiner Mannschaft in den ersten sechs Monaten, wegen dem nicht sehr erfolgreichen EU-Vorsitz mit der Kombination des schon leicht vergewaltigten Mozarts und anderen künstlerischen Leckereien eine stete Biozenose zwischen staatlich geduldeter und finanzierter breiter Kunst. Wer erinnert sich noch den Karikaturenstreit und die Plakate mit den Nackerten? Viele sicher, aber noch mehr an unser Kunstverständnis, was die noch immer omnipräsente »Kronen Zeitung« uns – allen – dem Staat sagen will. Wir brauchen nur, das was uns schon seit Jahrhunderten stark macht/e, einen Rückschritt in der geschichtlichen Auffassung. Eine hoffentlich kleine, aber doch sehr minimal anders denkende Gruppe von Personen, die nix anrichten kann, aber die geduldet wird, weil wir ja ne Demokratie sind. Daher wird sich auch wenig ändern, wenn wir endlich eine andere, dennoch keine frische Regierungsmannschaft, nach dem wirklich schon kannibalisch kapitalistisch ausgenützten weltweiten Friedensfest Weihnachten, angetrauert wird. Ein Wunsch an höhere Mächte – Alkohol und Autobahnvignetten dürfen nicht teurer noch werden.
Unterstütze uns mit deiner Spende
skug ist ein unabhängiges Non-Profit-Magazin. Unterstütze unsere journalistische Arbeit mit einer Spende an den Empfänger: Verein zur Förderung von Subkultur, Verwendungszweck: skug Spende, IBAN: AT80 1100 0034 8351 7300, BIC: BKAUATWW, Bank Austria. Vielen Dank!
Ähnliche Beiträge
Sozialer, niederschwelliger, dezentraler Veranstaltungsreigen
Einmal mehr offeriert der Kultursommer Wien konsumfreie Zonen in den Außenbezirken, die einen unbeschwerten Open-Air-Kulturgenuss bei freiem Eintritt ermöglichen. Mit einem vielfältigen Programm mit ca. 500 Acts auf neun Bühnen, vom 10. Juli bis 16. August. Im Fokus: Stadtpark Atzgersdorf.
Arena Wien: Freiraum in der Sterilisierungsanstalt
Besetzte Schlachthäuser, die von Caterpillars geräumt werden. Dann doch ein jahrzehntelang geliebter Platz und im Endeffekt glückliche Hippies und Punkies: Die Arena Wien feiert ihren 50. Geburtstag mit einem Fotobuch und einer Ausstellung im Wien Museum.
Nicht meine Gegenwart
Popkritik tut oft so, als gäbe es einen universellen Zugang zur Gegenwart. Aber jede Wahrnehmung von Musik ist historisch und biografisch bedingt. Ein Essay über historische Distanz, Generationenerfahrung und die blinden Flecken der Popkritik.
Sodom: Made in Gelsenkirchen
Sodom machen keine »Meisterwerke« – sie machen Lärm. Wer das nicht als Mangel, sondern als eigentliche Stärke der deutschen Thrash-Metal-Band begreift, hat sofort mehr Spaß an ihrer Musik. Das gilt besonders für eine Neuauflage, die ein Stück der etwas anderen 1990er festhält.
Kühle Kacheln, coole Bands
Das Klangfestival Gallneukirchen meldet sich nach der letztjährigen Pause mit fulminantem Programm zurück. Die Konzerte finden von Freitag bis Sonntag, 10. bis 12. Juli 2026 unter dem Motto »This stupid world – is all we have« statt.
Zwischen Grant und Indie
Ironie und Gesellschaftskritik verpackt in einem Sound, der sich nicht so einfach definieren lassen möchte oder soll. Die junge Band Grantscherben erfrischt mit ihrem lässigen, aber dennoch grantigen Flair die Wiener Musikszene.
Salon skug on air
skug tauchte immer wieder im Radio auf, aber jetzt machen wir die Sache fix: Jeden zweiten Sonntag jedes zweiten Monats senden wir von 19:00 bis 20:00 Uhr Aufnahmen vom Salon skug bei unseren Kolleg*innen von Orange 94.0.
Klanglandschaften des Untergangs
Michel Houellebecq, ewiger Provokateur und einer der am meisten diskutierten Schriftsteller unserer Zeit, inszeniert sich gern als Grenzgänger zwischen den Genres. Mit dem mit Frédéric Lo aufgenommenen Album »Souvenez-vous de l’homme« präsentiert er sich erneut als dystopischer Visionär – und singt.
Spirituelle Versenkung in Wien Brigittenau
Muslim Shaggan ist eine Größe der Hindustani-Musik aus Lahore, Pakistan. Der aus einer 500 Jahre alten Musiker*innen-Dynastie stammende Meister der spirituellen Sufi-Musik-Poesie wird am 14. Juni 2026 um 20:00 Uhr im Café Henriette ein Konzert zelebrieren. Anlass für eine Vorschau.
Sackgassenfest meets Salon skug auf Rädern
Planänderung: Am Freitag, dem 12. Juni 2026, unterstützt skug das Fest beim Häferl in der Hornbostelgasse 6 im 6. Bezirk. Unsere für dieses Wochenende geplante Veranstaltung an der Bertha von Suttner Universität St. Pölten muss leider aus technischen und organisatorischen Gründen verschoben werden.
Klangbad im Postclub
Die zwei Experimentalmusiker Alan Abrahams und Jan Jelinek legen als Alan & Jan ihre erste Kollaboration vor. »Take me, I’m yours«, erschienen auf Jelineks Label Faitiche, ist ein sanft treibender Hybrid aus entkernter Clubmusik und detaillierten Klanglandschaften. Ideale Musik für den Frühsommer.
»Wos is des eigentlich?«
»wos«, das zehnte Studioalbum von Attwenger, verdeutlicht einmal mehr, warum diese Band seit fast vier Jahrzehnten nicht nur funktioniert, sondern floriert! Diese Eigenständigkeit führen sie auf diesem Album nicht nur fort, sondern treiben sie auf einen neuen Höhepunkt.











