Zwischen Mongolei und Syrien

Die halbdokumentarische Film Die Höhle des Gelben Hundes zeigt das Leben einer Nomadenfamilie in den Weiten der Mongolei. Der Film Die syrische Braut thematisiert die Grenzstreitigkeiten zwischen Israel und Syrien.

Eine fünfköpfige Nomadenfamilie lebt in den scheinbar endlosen Weiten der Mongolei. Im Zentrum des Familienlebens steht die Jurte, von der der Vater in die nächste Stadt aufbricht, um Felle zu verkaufen. Die Mutter macht Käse und die drei Kinder der Familie wachsen in enger Gesellschaft von Tieren auf. So auch die sechsjährige Nansa, der beim Spielen in der Steppe ein Hund zuläuft. Sie nennt ihn Zochor, der Bunte, und der Hund wird ihr Begleiter und Spielkamerad. Zunächst gegen den Willen des Vaters, doch letztlich wird Zochor zum Retter in einer schwierigen Situation, die hier nicht verraten werden soll.
Die Höhle des Gelben Hundes (R: Byambasuren Davaa) ist ein halbdokumentarischer Film, der mit ruhigen Bildern nachdrücklich das karge Leben der Nomaden schildert und diese Schilderung mit dem ewigen buddhistischen Kreislauf der Inkarnation verknüpft. Es heißt, dass ein Hund im nächsten Leben als Mensch auf die Welt kommt, wenn man seinen Schwanz vor dem Begräbnis unter den Kopf legt. "Die klassische Nomadenkultur vermischt sich mit der modernen Zivilisation, sagt Regisseurin Byambasuren Davaa. Das zeigt auch ihr Film: Die Töchter gehen in der nächsten Stadt zur Schule und der Vater fährt mit dem Motorrad in die Stadt und bringt von dort eine Taschenlampe und eine Schöpfkelle aus Plastik mit – die schmilzt allerdings am Herd. Ein ruhiger, schöner Film.

Mongolei – Syrien

In eine ganz andere Region, an die Grenze zwischen Israel und Syrien führt der Spielfilm Die syrische Braut (Regie: Eran Riklis). Mona stammt aus deinem kleinen Ort, der im von Israel besetzten Teil der Golanhöhen liegt. Sie soll mit dem syrischen Fernsehschauspieler Tallel verheiratet werden, die beiden kennen einander nur von Fotos. Doch der Grenzübertritt der Braut nach Syrien wird zum bürokratischen Spießrutenlauf.
Der Film zeigt auf tragisch-komische Weise einen der Konfliktherde dieser Erde, aus ganz persönlicher Sicht der Protagonisten, die trotz zwischenstaatlicher Differenzen einfach ihr alltägliches Leben schaffen müssen. Zudem gibt der Film Einblick in die strengen Verhaltensregeln, die innerhalb einer Familie in dieser Region herrschen. Die Hochzeit droht zu scheitern, doch die Protagonisten trotzen allen Schwierigkeiten und überwinden Konflikte innerhalb der Familie gleichermaßen wie weltpolitische Konflikte durch persönliche Courage. Ein sehenswerter Film, der Mut macht.

Die Höhle des Gelben Hundes (R: Byambasuren Davaa, D: 2005)
Die syrische Braut (R: Eran Riklis, ISR, D, F: 2004)
Demnächst in den heimischen Kinos.
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