Wer hören will muss reisen

Die Herausgeber Peter Androsch (Komponist; ehemaliger künstlerischer Leiter für Musik von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europsas) und Florian Sedmak (Musiker und Üffentlichkeitsarbeiter) versuchen in achtundzwanzig kurzen Kapiteln das Wissen um akustische Phänomene in der Stadt und somit die Hörkompetenz der LeserInnen zu verbessern. 

In der beigelegten, einseitigen Linzer Charta sowie dem akustischen Manifest wird der städtische, akustische Raum klar als ein Politikum deklariert. Sie ist ein Appell an GesetzgeberInnen und PlanerInnen, den akustischen Raum als zentrales Element der Bau-, Verkehrs- und Raumplanung zu verstehen. Die Teilhabe am urbanen akustischen Raum soll durch akustische Selbstbestimmung – der Schutz von ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen durch Zwangsbeschallung spielt dabei eine westenliche Rolle – verantwortungsvoll erfolgen. Akustisch bewusstes Handeln kann zur Gestaltung, Pflege und Entwicklung einer körperlichen Souveränität sowie zur Vermeidung auraler Lärmwirkung beitragen. Stille darf nicht blo&szlig wie im Radio als »dead air« verstanden werden, sondern die Schaffung von sogenannten Ruheräumen in Städten, die auf der Idee des deutschen Arztes Dr. Robert Sommer zur Errichtung von öffentlichen Ruhehallen basiert, muss als Recht auf solche Archikturen, die in diesem Buch als gebaute Akustik beschrieben werden, verstanden werden.
hoerstadt.jpg
Florian Sedmak, Peter Androsch:
»Hörstadt. Reiseführer durch die Welt des Hörens«

Christian Brandstädter Verlag:
Wien 2009, 182 Seiten, EUR 12,90