Waldeck

The Night Garden

dope noir 2001

Gerne nennt man Klaus Waldeck – der hier auf dem neuen eigenen Label »dope noir« veröffentlicht – gerne nennt man ihn »Wiener Downbeat Dandy«. Passend zum Dandy ist das ausgeprägte Stilbewusstsein; was fehlt, ist das Konfliktpotential. Irritationen sind ausgeschlossen und da kann man sich gänzlich angstfrei in den Ohrensessel begeben und von vorne bis hinten »The Night Garden« hören: R&B, Soul, Dub, Kruder& Dorfmeister, ein wenig Rock. Aber dann. Track 6. Singt da nicht David Bowie? Es ist Brian Amos, der »Cat People« singt. Aha, na gut. Aber dann. Track 8. War das nicht King Crimson? Ja, das war King Crimson, aber jetzt ist es Kolonovits und den will man sich ja nur für ganz spezielle Minuten aufheben. Hier hat sich alles Unheimliche der Psychodelik in Wohlgefallen aufgelöst. Das berührt doch unangenehm und wird bei der nächsten Sitzung übersprungen. Mit »Northern Lights« und »Balance of Force« hat Waldeck international – vor allem in Frankreich – einige Beachtung gefunden. Weiters hat seine berufliche Doppelfunktion als Anwalt und Musiker Interesse hervorgerufen. Schätzt man das Lebensgefühl, das ein Afri-Cola-Werbespot von Wim Wenders vermittelt, wird man sicherlich auch mit »The Night Garden« seine Freude haben.