Reverend Beat-Man & The New Wave

»Blues Trash«

Voodoo Rhythm Records

Eine wunderschöne Acid-Gitarre gesellt sich zur Fuzz-Gitarre in »Iʼm not gonna tell you«, das von Nicole Izobel Garcia am Synth ausgeschmückt wird. Reverend Beat-Man, im Jahr 2015 am Cover von skug #102, besinnt sich auf den ersten Tracks von »Blues Trash« noch jener Kräfte, die ihn als One-Man-Band auszeichnen. Der Schweizer ist ständig auf Tour und fand nach zehn Jahren endlich wieder mal Zeit, mit Freunden aus Bern und Los Angeles eine Platte einzuspielen. Er wirkt darauf abgeklärter und sein Faible für Exotica kommt hier besser zur Geltung. »Today is a beautiful day«, begleitet von Julian Sartorius (Drums), Resli Burri (Field Harmonium) und Mario Batkovic (Bulbul Banjo) transportiert wundersames Sixties-Flair mit flockigen Rhythmen. Glaubhaft heulend gibt er den »White wolf back in town« und trotz aller Lebensbejahung schwingt immer das Abgründige mit. Auch wenn es ein schöner Tag ist und er sich wie ein neugeborenes Kind fühlt, bildet die Refrainzeile »Cause today baby … Iʼm gonna die« den Abschlusspart. »Then we all gonna die« ist ein Mords-Dystopie-Song und »Love is simply a dream«. Das ist so gar nicht Hippie-mäßig und doch ist die lässige Anlehnung nicht nur an den Garage-Sound der Sixties stets präsent. Reverend Beat-Man hat den Blues lyricwise und bringt es in der Abschluss-Moritat auf den Punkt. Im einzigen auf Deutsch gesungenen Lied »Lass uns Liebe machen« dreht sich das Paar heim. Das Schlagzeug schleppt sich dahin, die Singende Säge jault jämmerlicher als das Field Harmonium und das Akkordeon weint beschwingt: »Lass uns Liebe machen am Strand und auch in dem See / Dann legen wir uns nackt in den Schnee / Wenn die Zeit gekommen ist, geb’ ich dir einen Kuss / Und wir zwei sind dann kalt und tot«. Ganz groß und irgendwie an den großen M.A. Numminen erinnernd, der uns den finnischen Tango mit Wittgenstein deutschsprachig näherbrachte.