Popol Vuh

»Kailash«

Soul Jazz Records

Posthum erschienenes Werk des schon 2011 relativ früh verstorbenen ehemaligen Stockhausen-Schülers und Popol Vuh-Masterminds Florian Fricke. Relativ deshalb, weil bei seinem »Lebensstil« (er lebte hauptsächlich von Alkohol und Zigaretten) selbst 57 Jahre als ein Wunder erschienen. Krautrock-Diva Renate Knaup-Krötenschwanz nannte ihn »eine Drecksau vor allem zu sich selbst«. CD Nr. 1 beinhaltet einen Mix aus alten Werken wie »Spirit Of Peace«, »Brüder des Schattens – Söhne des Lichts« sowie »Nosferatu« und andere, als er als Haus- und Hofkomponist von Werner Herzog fungierte. Kompositionen in bester Satie-Nachfolge die auch seine fundierte Ausbildung als Konzertpianist durchschimmern lassen. Es gibt auch Mozart-Aufnahmen von ihm. Bei CD Nr. 2 funktioniert dieses Konzept etwas weniger. Mit tibetischen Gesängen ausgestatteteter Esoterik-Trash wie er auch als Hintergrundmusik von Sewa-Filialen anstelle deren hauseigenem Sri-Chinmoy plätschern könnte, oder für Gesprächsrunden von Nachwuchs-Yogis. Unnötig. Wer innere Schönheit erlangen möchte, soll Make-Up essen. Die Bonus-DVD gibt impressionistische Bilder vom den Tibetern heiligen Mount Kailash, wo er damals mit seinem Freund Franz Fiedler eine Doku drehte, wieder.