Ein Buch namens Zimbo

Texte von Max Goldt aus den Jahren 2006 bis 2009.

»Eben hatte es doch noch so ausgesehen gehabt, als ob die Sonne rauskommen würde« – sich so auszudrücken, nämlich im Plusquamperfekt – ist nach Max Goldt eine »merkwürdige Vorliebe des Berliner Dialekts«, die er im Text »Kleine grammatische Notiz« satirisch thematisiert. Typisch Goldt, könnte man sagen, der es auch mit dieser Textsammlung aus den Jahren 2006 bis 2009 oft schafft, auf intelligente Weise für gute Unterhaltung zu sorgen. Der eingangs erwähnte Text berichtet weiters von »großartigen, rätselhaften, ja faszinierenden« Nachfrage eines Kellners: »Waren Sie zufrieden gewesen?« Mögliche Goldt’sche Antworten: »Bevor Sie mir Ihren widerwärtigen Fraß vorsetzten, war ich in der Tat zufrieden gewesen.« Tatsächliche Antwort: »Ja.«

Drei Damen vom Grill

Vermutlich ist das sympathische an Max Goldts Texten, dass sie auch Dinge ansprechen, die üblicherweise nie in Texten vorkommen: Etwa die Berliner TV-Serie »Drei Damen vom Grill«, die Thirty-Somethings noch aus mitunter verdrängten Phasen ihrer Kindheit kennen und anhand der – so vermutet Goldt – nachzuvollziehen sein könnte, ob »Berliner Plusquamperfekt« auch schon in früheren Zeiten üblich gewesen ist. Ansehen will er die 140 Folgen dann aber doch lieber nicht.
In einem anderen Text berichtet er über seinen wöchentlichen Besuch in einem chinesischen Restaurant in Berlin, Stichwort: Mapo-Tofu. Insgesamt bietet Goldts neues Buch in jedem Fall ein zum Sommer passendes Lesevergnügen und ist somit empfehlenswert.

Max Goldt: »Ein Buch namens Zimbo«
Rowohlt: Berlin: 2010, 198 Seiten, EUR 17,90

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