The Belgian Blue brachten am 20. Oktober 2026 ihre neue EP »For Wards Weight / Summersweeps« auf die Bühne des Wiener WUK. Dabei ist die Show ein Heimspiel und trotzdem ungewöhnlich für ein Konzert einer Wiener Band. Mit Pádraig MacMahon als Leadsänger und Haupttexter bekommt die Musik an diesem Abend internationales Format – nicht nur aufgrund seiner irischen Herkunft. Nach einer typisch wienerischen Support-Show der Band Vereter bekommt man schnell das Gefühl, dass sich The Belgian Blue bewusst sind, wie besonders ihr Status in der hiesigen Musikszene ist. Vor drei Jahren haben sie noch in einem Lokal gegenüber vom WUK vor gerade einmal zehn Menschen gespielt, nun sind mehrere hundert gekommen. Die Fans hat man durch starke Mundpropaganda gewonnen – in digitalen Zeiten fast schon eine Sensation.

Perfekt eingespielt und auch bei technischen Problemen souverän spielt die Band mit ausgeborgtem Equipment (ihr eigenes wurde gestohlen) eine Show zwischen musikalischer Finesse und einem sehr heimeligen Gefühl. Immer wieder erwähnt Pádraig MacMahon, dass quasi alle Friends der Band anwesend sind, was man auch anhand lieber Zwischenrufe und des besonders euphorischen Applauses merkt. Bei diesem Mix aus Folk-Rock und Americana muss man manchmal checken, ob der irische Mann auf der Bühne nicht vielleicht doch Hozier sein könnte – das Starpotenzial ist auf jeden Fall da.

Außerdem findet noch ein weiterer Ire Einzug in diesen Abend. Ein Song wird dem im Juli 2026 verstorbenen Singer-Songwriter Glen Hansard gewidmet, mit dem die Band einst gemeinsam auf der Bühne stand. Der Abend findet langsam seinen Ausklang mit dem träumerischen Song »Sorry, Chicago«, einem Lied, das die melancholische Rohheit und gleichzeitig musikalische Verspieltheit der Band perfekt aufzeigt. Die letzten Worte, die in der Zugabe gesungen werden, sind trotz englischem Set auf Deutsch. Als »Die Blume aus dem Gemeindebau« intoniert wird, sind wohl alle im Raum überrascht. The Belgian Blue muss man im Auge (und Ohr) behalten, man wundert sich fast, dass die Band nicht schon deutlich größer ist. Wenn man durch Mundpropaganda in Wien so bekannt wird, dass man locker im WUK spielen kann, ist das schon ein Riesenerfolg, wobei man von den fünf jungen Männern noch deutlich mehr erhoffen darf.












