slash Filmfestival Sujet 2026 © slash Filmfestival
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Ausblick aufs slash Filmfestival 2026: Ghost, Gore & Grindhouse

Von 23. September bis 4. Oktober stehen die Wiener Programmkinos beim diesjährigen slash Filmfestival wieder ganz im Zeichen des fantastischen Films. Wir haben für euch ein paar Highlights und Empfehlungen zusammengestellt.

Das slash Filmfestival geht in die 17. Runde und macht Wien zwischen 23. September und 4. Oktober 2026 wieder zum Umschlagplatz für alles, was sich im Spielfeld des »fantastischen Films« bewegt – von Horror über Fantasy bis Science-Fiction. Zwölf Tage lang bespielen Gartenbaukino, Filmcasino, Metro (Historischer Saal und Kinosalon), Schikaneder und das Pop-up Milieukino am Standort Naschpark die Stadt mit Welt- und Österreichpremieren, Klassikern, Kurzfilmen und allerlei Grenzüberschreitungen auf und abseits der Leinwand.

Zum Auftakt geht es am 23. September ins Gartenbaukino, wo der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn persönlich sein neuestes Werk präsentiert: Eine Frau kommt in einer Stadt an, die es eigentlich nicht gibt, ein Soldat ist auf der Suche nach seiner Tochter und irgendwo dazwischen lauert ein Serienkiller. »Her Private Hell« klingt schon auf dem Papier nach Winding Refn und sieht auch so aus: Verträumte Bilder treffen auf Retrofuturismus, Hyperästhetik auf schmutziges Genrekino. Nach fast zehn Jahren ohne Langfilm darf man sich also auf einen Trip freuen, bei dem die Realität nur eine lose Empfehlung ist.

Ein weiterer slash-Wiedergänger ist der koreanische Regisseur Yeon Sang-ho, der bereits mit »Train to Busan« und den beiden Sequels »Seoul Station« und »Peninsula« die Zombieapokalypse auf Schiene brachte. Mit »Colony« kehrt er in sein angestammtes Terrain zurück: Ein gefeuerter Biotech-Mitarbeiter rächt sich an seinem ehemaligen Arbeitgeber, indem er einen Killervirus freisetzt, die Belegschaft verwandelt sich in blutrünstige Untote und die Überlebenden sitzen in der abgeriegelten Firmenzentrale fest. Alles wie im Büro, nur mit mehr Biss.

Mit großer Hoffnung erwartet wird auch Na Hong-jins neuer Spielfilm »Hope«: Ein verstümmeltes Rind, ein vermeintlicher Tiger und eine weit gefährlichere Bedrohung unbekannter Art bringen eine Polizeitruppe in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea auf Trab. Der Regisseur von »The Wailing« baut daraus einen Science-Fiction-Action-Film, der sich nicht mit Erklärungen aufhält. Stattdessen treiben Verfolgungsjagden, Schießereien und zahnbewehrte Monster das Tempo an. 157 Minuten Creature Feature, mit Vollgas serviert.

Nicht weniger schweißtreibend präsentiert sich »Bloody Tennis« aus der Feder des deutsch-griechischen Regisseurs Nikias Chryssos: Die talentierte Spielerin Sophie schafft es an eine elitäre Tennisakademie in einem ehemaligen Kloster irgendwo im Süden Europas. Auf rotem Sand wird um sportliche Bestleistung gekämpft, doch hinter den Klostermauern stimmt so einiges nicht: Schweiß, Blut und Hunger, nicht nur nach Erfolg, verbinden Coming-of-age-Story und Body-Horror zu einer wilden Mischung, untermalt vom Soundtrack von Jim Williams.

Bei all dem Gore soll auch das Ghost-Genre nicht zu kurz kommen: In »Never After Dark« verschlägt es das Medium Airi in ein abgelegenes Haus im Wald, wo eine Mutter und ihr erwachsener Sohn von einem Geist heimgesucht werden. Was zunächst nach routiniertem Exorzismus klingt, entwickelt sich zu einem deutlich komplizierteren Fall. Regisseur Dave Boyle vermischt J- und Gothic-Horror mit Crime-Elementen zu einer charmant-schaurigen Haunted-House-Variante, in der die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits schnell porös wird.

Wem das alles noch nicht genug ist, der oder die kann sich in die diesjährige Retrospektive »Unsafe Spaces – The History of Grindhouse Cinema« stürzen. Das slash widmet sich damit einer Kinokultur, die ab den 1960er-Jahren vor allem an der New Yorker 42nd Street florierte: Sogenannte Grindhouses zeigten dort unabhängige Exploitation-Filme, die sich wenig um Geschmacksgrenzen und bürgerliche Behaglichkeit kümmerten, sondern Sex, Gewalt, Trash und Tabubrüche zum Programm machten. Eine Auswahl von 16 Filmen, möglichst auf 35 mm, im Rahmen des slash Filmfestivals 2026 holt diesen Geist zurück – inklusive strenger 18+ Regel und kontextualisierenden Einführungsvorträgen, denn das historische Material soll mit heutigen Sensibilitäten in Dialog treten.

slash Filmfestival Sujet 2026 © slash Filmfestival

Link: https://slashfilmfestival.com/

Home / Kultur / Film

Text
Mio Michaela Obernosterer

Veröffentlichung
20.09.2026

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