Kerosin95 © Lena Kuzmich

Ciao Höflichkeit, hallo Kampfansage

Auf der neuen EP »Trans Agenda Dynastie« entwirft Rapper Kerosin95 queere Utopien – und teilt gegen die aus, die ihnen im Weg stehen. Diese feine Mischung aus Party und Politik lässt sich am 22. Mai live im WUK erleben.

»Eure Theorie zerbricht in tausend Splitter, wir sind keine ausgedachte Dunkelziffer«, rappt Kerosin95 auf der neuen EP »Trans Agenda Dynastie«. Und steigt im zugehörigen Musikvideo in den Boxring. Mit dabei: eine Gang aus trans* Leuten und vernichtende Punchlines. Auf der gegnerischen Seite: sogenannte TERFs (trans-exclusionary radical feminists), die trans* Personen eine inszenierte Agenda unterstellen – und ihnen so die Existenz absprechen. Kerosins Message: Wer sich mit uns anlegt, muss mit Gegenwind rechnen.

Politik und Party

Dabei entwirft Kerosin95 queere Utopien: Partys, die frei sind von übergriffigen cis-Mackern. FLINTA*-Personen, die sich zusammenschließen, um sichere Räume beim Feiern zu schaffen. Eine Welt, in der trans*feindliche Rhetoriken keinen Platz finden. Kerosin scheut sich auch nicht, klare Kante zu zeigen. Und teilt mit scharfen Worten gegen die aus, die diesen Utopien im Weg stehen.

Wie schon bei »Volume 1« spielt Kerosin95 mit Gegensätzen: Politik trifft auf Party, Softness auf Härte, Liebe auf Wut. Musikalisch dominieren Einflüsse aus New-School-Rap und Old-School-HipHop die in Zusammenarbeit mit dem Wiener Produzenten MONOPHOBE entstandene EP. Für Überraschung sorgt vor allem der ungewohnt clubbige Track »Standort«: eine Ode an heiße Flirts und Party mit Freund*innen, die nicht nur auf Konzerten, sondern auch beim Feiern gut kommt. Feature-Gästin ist die Tiroler Newcomerin Nenda, mit der Kerosin für den kuschligen Autotune-Lovesong »4ever« zusammenfindet.

Am 22. Mai 2022 spielt Kerosin95, unterstützt von W1ZE, im Rahmen der »Trans Agenda Tour« im WUK – und lädt zur kollektiven Raumeinnahme für all die ein, die patriarchale Strukturen sonst eher in die letzten Reihen drücken.

Kerosin95: »Trans Agenda Dynastie« (Ink Music)