Sujet Viennale 2026 © Viennale
Sujet Viennale 2026 © Viennale

Ausblick auf die Viennale 2026: Von Fjorden und Pferden

Von 22. Oktober bis 3. November bringt die Viennale internationale Filmkunst in die Wiener Programmkinos. Wir haben eine Handvoll Filmtipps für euch.

Wenn die Tage kürzer werden, ist es wieder Zeit, es sich im Kinositz gemütlich zu machen. Die Viennale lädt von 22. Oktober bis 3. November zur 64. Ausgabe und macht Wien 13 Tage lang zum Ort für filmische Entdeckungen. Auch heuer finden sich im Programm Filme, die große gesellschaftliche Fragen verhandeln, wie auch welche, die individuelle Perspektiven einnehmen. Fünf Empfehlungen fürs diesjährige Filmfestival haben wir im Vorfeld für euch zusammengestellt.

»Fjord« (Cristian Mungiu, RO/FR/NO/SW/DK/FI 2026)

In Cristian Mungius neuem Spielfilm »Fjord« zieht ein rumänischer Vater mit seiner norwegischen Frau und den Kindern in eine vermeintlich ruhige Gegend. Als bei den Kindern Verletzungen entdeckt werden, beginnt die Jugendfürsorge zu ermitteln. Was folgt, ist kein simpler Kriminalfall, sondern ein moralisches Minenfeld: religiöse Überzeugungen, kulturelle Unterschiede und staatliche Schutzmechanismen prallen aufeinander. Mit Renate Reinsve und Sebastian Stan in den Hauptrollen hält Mungiu die Spannung bewusst in der Schwebe.

»Ga-neung-han Sa-rang« / »Possible Love« (Lee Chang-dong, KR 2026)

Nach fast acht Jahren kehrt Lee Chang-dong mit »Ga-neung-han Sa-rang« zum Spielfilm zurück. Im Zentrum stehen zwei Paare aus höchst unterschiedlichen Lebenswelten: Ein Arbeiter*innenpaar kämpft nach dem Verlust des Jobs mit den Folgen; eine Dokumentarfilmerin und ihr Mann begleiten sie dabei. Was als Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einem zunehmend komplexen Spiel aus Nähe, Beobachtung und sozialer Ungleichheit. Wer bittere Gesellschaftssatiren wie »Parasite« oder »No Other Choice« zu schätzen weiß, darf gespannt sein.

»Wild Horse Nine« (Martin McDonagh, CL/UK/US 2026)

CIA-Veteran Chris, gespielt von John Malkovich, und sein jüngerer Kollege Lee, verkörpert von Sam Rockwell, sind 1973 auf den Osterinseln im Einsatz. Chris hat sein Leben lang Menschen getötet und ist nun selbst todkrank, Lee steckt im Zwiespalt zwischen beruflicher Loyalität und moralischen Zweifeln. Martin McDonagh, bekannt für »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« und »The Banshees of Inisherin«, schickt seine Figuren in »Wild Hose Nine« einmal mehr durch eine Welt, in der der Witz schnell ins Unbehagliche kippt.

»The Debut« (Jesse Eisenberg, US 2026)

In Jesse Eisenbergs »The Debut« bekommt Hausfrau Mona Friedmann (Julianne Moore) eine kleine Rolle in einer Theaterproduktion. Der Regisseur Jerry (Paul Giamatti) hält wenig von ihr und versucht, ihre Schüchternheit mit autoritärem Method Acting zu überwinden. Doch Mona entwickelt ihre eigene Vorstellung davon, was ihre Rolle bedeutet, und beginnt sich selbst zu verändern. Eisenberg, der schon mit »A Real Pain« sein Talent für komisch-emotionales Storytelling bewiesen hat, erzählt hier von Gemeinschaft, Würde und Selbstermächtigung.

»Bucking Fastard« (Werner Herzog, IE/US 2026)

Werner Herzog und die Mara-Schwestern – das verspricht eine Begegnung, die sich nur schwer in Schubladen pressen lässt. In »Bucking Fastard« spielen Kate und Rooney Mara die Schwestern Jean und Joan, die sich nicht nur äußerlich, sondern auch in ihrer Sprache und in ihren Bewegungen ähneln. Nach einem Gerichtsprozess wegen Stalkings begeben sie sich auf eine ebenso bizarre wie traumartige Odyssee. Herzog, der in seinen Filmen immer wieder exzentrische Charaktere begleitet, verbindet hier absurde Komik und märchenhafte Bilder.

Home / Kultur / Film

Text
Mio Michaela Obernosterer

Veröffentlichung
19.10.2026

Schlagwörter

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