a3351612526_1x1_700
Desecation

»Despoiled Ethereal Purity«

New Standard Elite

Desecation ist eine 2020 gegründete Brutal-Death-Metal-Band aus dem kalifornischen San Diego und damit Teil der äußerst aktiven und geschichtsträchtigen Cali-Death-Szene, die so wegweisende Bands wie Deeds of Flesh, Disgorge, Severed Savior, Decrepit Birth oder Cephalotripsy hervorgebracht hat. Viel dieser musikalischen DNA findet sich auch auf Desecations zweitem Album »Despoiled Ethereal Purity« wieder. Wer also Brutal Death Metal mit schnell abwechselnden, technisch anspruchsvollen Riffs, brachialen Blast-Beats und massiven Slam-Parts mag, liegt hier absolut richtig. Seit einigen Jahren erlebt das Genre eine neue Blütezeit, eine Entwicklung, zu der nicht zuletzt das amerikanische Label New Standard Elite mit einer schier endlosen Zahl an Veröffentlichungen beiträgt. Nach einer EP und einem Album auf dem ebenso wichtigen indonesischen Label Brutal Mind haben nun auch Desecation dort ihre Labelheimat gefunden und legen mit »Despoiled Ethereal Purity« ihre bisher ambitionierteste Veröffentlichung vor. Neben den üblichen Brutal-Death-Metal-Zutaten, die hier aber durchgängig auf höchstem Niveau dargeboten werden, prägen immer wieder auch unerwartete musikalische Elemente das Gesamtbild. So startet der Album-Opener »A Bleak Resonance Through the Abyss« mit Bongos, Didgeridoo und cleanen Rückwärtsgitarren, bevor ein verzerrtes, melodiöses Gitarrensolo in einen Mid-Tempo-Groove-Teil führt, der mit Blast-Einschüben und Pig Squeals aber schon deutlich macht, in welche Richtung die Reise geht. In dem Interlude »We Wait for Charon« tauchen diese Elemente einige Songs später nochmals auf, was den Eindruck eines als zusammenhängendes Hörerlebnis konzipierten Albums unterstreicht.Auch bei den Sprachsamples gehen Desecation teilweise ungewöhnliche Wege. So endet die von Blast-Beats und Pinch Harmonics geprägte Nummer »Wormhole« in einer runtergepitchten, über einem ominösen Drone liegenden Rezitation von Dylan Thomas’ »Do not go gentle into that good night«. Desecation bleiben dabei immer eindeutig Brutal Death Metal, »Despoiled Ethereal Purity« ist aber ihr bisher experimentellstes Album, vor allem was das Songwriting betrifft. Die eher kurzen Songlängen und chaotischen Strukturen weisen auch eine gewisse Nähe zu Grindcore auf, passend dazu gibt es als Bonus-Track ein Cover der niederländischen Goregrind-Band The Last Days of Humanity. Das Cover-Artwork stammt von Genre-Legende Jon Zig und trägt bestens zur chaotisch-ominösen Stimmung bei. Alles in allem ist Desecation mit »Despoiled Ethereal Purity« meiner Meinung nach eines der bisher besten Alben in einem für Brutal Death Metal ohnehin schon sehr guten Jahr gelungen.

Home / Rezensionen

Text
Ulrich Musa-Rois

Veröffentlichung
14.09.2026

Schlagwörter

favicon

Unterstütze uns mit deiner Spende

skug ist ein unabhängiges Non-Profit-Magazin. Unterstütze unsere journalistische Arbeit mit einer Spende an den Empfänger: Verein zur Förderung von Subkultur, Verwendungszweck: skug Spende, IBAN: AT80 1100 0034 8351 7300, BIC: BKAUATWW, Bank Austria. Vielen Dank!

Nach oben scrollen