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Tim Hill

»Blood Sun Moon Run«

Self-Release

Tim Hill wuchs im LA der 1980er als Sohn eines Musiklehrers auf. Zuerst probierte er Trompete und Klavier, als Teenager wollte er Gitarre lernen, sein Vater brachte ihn aber zum Bass und zum Jazz. Später wurde Akustikgitarre sein am meisten verwendetes Instrument. 2019 veröffentlichte Hill einen Cult Classic des Americana-Genres, »Payador«, auf dem Label Calico Discos. Aufgenommen auf einem alten 4-Track-Tape-Recorder und mit dem dadurch entstehenden Lo-Fi-Sound besingt er in Gitarrenbegleitung die klassischen Americana-Themen und -Szenerien auf Englisch und Spanisch. Hill arbeitet seit Pandemiebeginn auf einer Ranch und genießt die Arbeit mit Pferden und den Austausch mit seinen mexikanischen Kollegen. Danach vergingen vier Jahre bis zum nächsten Album »Giant«, auf dem Hill sich weiterentwickeln wollte und einen polierteren Sound suchte, aber nicht wirklich fand. Es entstand ein bestenfalls mittelmäßiges Album, das an den ikonischen Sound seines Debüts nicht anschließen konnte. Darauf folgten drei experimentell gehaltene Alben, die in Richtung Electronic Soundscape gingen und ebenfalls wenig Beachtung fanden. Und nun erscheint sein neues Album »Blood Sun Moon Run« als Self-Release und greift zurück auf die bewährte Lo-Fi-Rezeptur. Es handelt sich um Outtakes und Demos der vergangenen Americana-Alben, aber auch einige neue Tracks. Auf den meisten Songs sind Tape-Hiss und Flutter zu spüren, mehr als vier Spuren sind nie zu hören, denn es wurde auf dem legendären 4-Track-Recorder Tascam 246 aufgenommen. Die Instrumente sind genreentsprechend Westerngitarre, Drums, Pedalsteel, Bass und dieses Mal auch sanfte Synthesizer und Streicher. Behutsamer Reverb, Slapback Delay und Tremolo versorgen die Musik mit der nötigen Wärme und Breite. Zudem finden sich wie auf seinem Debüt einige Instrumental-Tracks, ja sogar Gitarrensolostücke, besonders hervorzuheben ist der Closing-Song »Walk-off (for Danko)«. Tim Hill findet in einigen Momenten auf »Blood Sun Moon Run« wieder die Perfektion im Minimalismus und tut genau die richtigen Dinge im richtig dosierten Ausmaß. Er zaubert Szenen von orangenen Sonnenuntergängen irgendwo zwischen Mojave-Wüste und Mexico und erzeugt Fernweh und Melancholie erster Klasse. 

Home / Rezensionen

Text
Adrian Malliga

Veröffentlichung
18.11.2025

Schlagwörter

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