Das Dorf heißt Bosque und liegt irgendwo in Argentinien. An einem ruhigen Sonntagnachmittag kommen vier Männer mit einem Auto an. Sie verbringen eine Nacht im Dorf und überfallen tags darauf die Bank. Doch die anschließende Flucht misslingt, die vier trennen sich und fliehen zu Fuß weiter. Die Dorfbewohner machen mobil und hindern die Bankräuber an der Flucht. Es kommt wie es kommen muss: Jeder der vier Bankräuber erlebt die Flucht auf seine eigenen Weise. Auf 267 Seiten beschreibt Dal Masetto die Ereignisse der nächsten beiden Tage. Wie die Geschichte ausgeht, soll an dieser Stelle zwecks Erhaltung der Spannung nicht verraten werden.
Das Buch zum Film
Antonio Dal Masetto beschreibt die Geschichte jedes einzelnen Bankräubers aus auktorialer Erzählperspektive und vermag Spannung zu erzeugen. Dal Masetto schreibt sehr flüssig und durchsetzt seinen Roman mit vielen Dialogen. Das erhöht die Nähe zu den Figuren und erinnert während des Lesens immer wieder daran, dass »Noch eine Nacht« in Argentinien bereits verfilmt worden ist. Das Szenario der vier Fluchtgeschichten, die der Autor auch immer wieder geschickt miteinander verbindet, bietet sich dafür auch hervorragend an. Die hitzige und angespannte Stimmung im Dorf wird spürbar und Dal Masettos knappe Sprache evoziert Bilder im Kopf, die nach der Lektüre auch auf den Film neugierig machen.
Das Original des vorliegenden Buches erschien 2004 in Buenos Aires unter dem Titel »Siempre es difícil volver a casa«. Antonio Dal Masetto ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Argentiniens, seine Werke sind auch in französischer, italienischer und norwegischer Sprache erschienen.
Antonio Dal Masetto: »Noch eine Nacht« (Rotpunktverlag: Zürich: 2006), 267 Seiten, €22
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