Die 1964 in Österreich geborenen Zwillinge machen insbesondere Kunst im öffentlichen Raum und verbinden in ihren Arbeiten oft Kunst mit sozialen Themen: Dazu gehört auch die Arbeit mit Randgruppen, etwa mit Gefängnisinsassen, Arbeitslosen. PsychiatriepatientInnen und in diesem Fall mit geistig und körperlich Behinderten.
Das Buch dokumentiert das gemeinsame Anlegen eines Gartens auf dem Gelände der Karthause Ittingen im Kanton Thurgau. Es berichtet von der prozessorientierten Arbeitsweise und den daraus entstandenen Ergebnissen: Aus ursprünglich einem gemeinsamen Garten wurden schließlich 8 individuelle, kleine Gärten. Die tragen Namen wie Ritterturm, Ente liegend – Ente fliegend, Panther auf rotem Teppich, Pflanzenspirale oder Friedensgarten von außerirdischen höher entwickelten Lebewesen.
Zwei Bücher in einem Buch
Das sorgfältig gestaltete Buch ist gleichsam selbst ein Kunstwerk: Im festen Einband finden sich zwei kleine Bücher, die mit Klettmaterial im Einband fixiert werden. Ein Buch bietet Hintergrundinformationen zum Projekt, etwa ein Interview mit den Zwillingen, während Buch 2 das Projekt dokumentiert, mittels Fotos einzelnen Gärten und Statements der GartengestalterInnen. Franz Spangaro, der Gestalter des Gartens »Panther auf rotem Teppich“ sagt: »Die Äste darf man nicht schneiden, dazu sind sie zu schade. Man soll sie in den Panther hineinstecken, damit er dicker wird.« Er hat seine Pantherfigur aus Weidenästen auf roten Heckenkirschen platziert.
Papier und Internet
Mit einem ganz anderen Thema beschäftigt sich ein weiteres Buch aus dem Niggli-Verlag: Andreas Nilitschkas »Vom Papier zum Internet« ist – wie auch der Untertitel sagt – eine Einführung in Techniken der grafischen Industrie und des digitalen Publizierens. Das sehr schön gestaltete Buch informiert im Kapitel »Papier« etwa über die erste Papierfabrik der Welt, die im Jahr 794 nach Christi Geburt in Bagdad stand. Von diesem Ausgangspunkt wird der Bogen bis zu Media Asset Management und dem Publizieren im Internet gespannt. Die Kapitel sind übersichtlich, bieten interessante Inhalte und sind dennoch nicht mit Informationen überfüllt – somit ein sehr empfehlenswertes Werk.
Christine und Irene Hohenbüchler: »Wilde Gärten« (Hrsg: Dorothee Messmer, Markus Landert, Kunstmuseum des Kantons Thurgau, Niggli: Zürich: 2004), 2 Bücher je 135 Seiten
Andreas Nilitschka: »Vom Papier zum Internet« (Niggli: Zürich: 2005) 179 Seiten