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»Julia« und »The Journey Of Vaan Nguyen« beim Jüdischen Filmfestival Wien.

Das Jüdische Filmfestival Wien läuft noch bis 22. November, es werden noch Klassiker wie »Der Golem, wie er in die Welt kam« und Filme von Cladue Berri gezeigt.

Im Rahmen des Festivals läuft eine feine Fred Zinnemann-Retrospektive. Von dem Wiener, der in Hollywood Karriere gemacht hat, war in diesem Rahmen auch »Das siebte Kreuz zu sehen«. Der Film »Julia« erzählt in Rückblenden die Geschichte einer großen Frauenfreundschaft. Die beiden AmerikanerInnen Lilly Hellmann (Jane Fonda) und Julia (Vanessa Redgrave) sind seit ihrer Kindheit Freundinnen. In den Wirren des zweiten Weltkrieges transportiert Lilly Geld für die inzwischen im Untergrund gegen die Nazis kämpfende Julia.
Zinnemann gelingt in diesem Spätwerk ein klassischer Hollywood-Film, der durch die Leistungen der Darsteller ebenso besticht wie durch die spannende, wunderbar erzählte Handlung. Für »Julia« gab es eine Oscar-Nominierung für die beste Regie, Vanessa Redgrave gewann den Oscar für ihre Darstellung der Julia.

Dokumentarfilm »The Journey Of Vaan Nguyen«

Das nicht minder interessante Kontrastprogramm dazu war am Sonntag der Dokumentarfilm »The Journey Of Vaan Nguyen«, der die Wurzelsuche einer vietnamesischen Familie zeigt. Die Nguyens waren Boat-People und fanden einst Zuflucht in Isreal, wo der Vater in einem Restaurant als Koch arbeitet und es zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Als er Vietnam verlassen musste, hat er nicht mehr als ein T-Shirt besessen, sagt er im Film. Herr Nguyen hat fünf Töchter, eine wurde gar erst in Israel geboren. Der Film zeigt auch das Einrücken der ältesten Tochter in die israelische Armee.
Doch Herr Nguyen und seine Frau haben Sehnsucht nach der alten Heimat und möchten dorthin zurückkehren. Gemeinsam mit seiner Tochter Vaan macht er sich in Vietnam auf die Suche nach dem Landbesitz seiner Familie, denn ohne Land scheint eine Rückkehr unmöglich. »The Journey Of Vaan Nguyen« bildet glaubwürdig die Zerrissenheit der Tochter ab, die – wenngleich sie sich in Vietnam sehr wohl fühlt – bald zu spüren bekommt, dass sie auch Ausländerin ist und zwischen den Kulturen wandert. Ein ruhiger, eindringlicher Film.

Jüdische Filmfestival Wien bis 22. November

Ein kurzer Ausblick auf das noch ausstehende Programm des Jüdischen Filmfestivals Wien: Am Dienstag läuft der schwedische Film »Four Weeks in June« (Burgkino, 20h) und der Hollywood-Trasher »IT! Der Golem lebt« (Filmhauskino 20h)
Die Claude Berri gewidmete Reihe zeigt etwa am Dienstag den 20.11. den Streifen »Lucie Aubrac« (Metro, 22h), der von der Liebe in Zeiten des Krieges erzählt – zwischen einer französischen Geschichtslehrerin und einem jüdischen Ingenieur. Am 22.11. ist Berris »Le Cinéma De Papa« im Burg Kino zu sehen – gleichsam als Abschluss des heurigen Jüdischen Filmfestivals.

Das Jüdische Filmfestival Wien läuft noch bis 22. November 2007.
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>> Zu Max Nossecks »Singing In The Dark«
>> Zu Cao Hamburgers »Das Jahr, in dem meine Eltern auf Urlaub waren«

>> Artikel Jüdisches Filmfestival Wien

Home / Kultur / Film

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
20.11.2007

Schlagwörter

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