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Wukir Suryadi

»Nginguk & Sopo Ingsun«

WV Sorcerer

Wukir Suryadi ist auch im Duo Senyawa aktiv und wer die schon mal gehört hat, weiß ungefähr, was los ist, wenn ich schreibe, »Nginguk & Sopo Ingsun« versammelt zwei EPs, die eine Art ritualistische Dark-Ambient-Musik (ich denke da an Coil oder das Nachfolgeprojekt Cyclobe) beinhalten, die hin und wieder auch an die Kosmische Musik von Manuel Göttsching oder Gitarren-Drone von Bands wie Barn Owl erinnert und auch auf einem stilistisch offenen Label für (Doom-)Metal (wie Southern Lord etwa) erscheinen könnte. Finstere, mal repetitive, mal fließende Musik, die, bei hoher Lautstärke genossen, entweder zu Panik oder zu bewusstseinserweiternden Erfahrungen führt. Dreißig Minuten dauert »Nginguk«. Wie die unheimlich und einnehmend anmutende Klangwelt, in die der Track hineinführt, im Detail entsteht, keine Ahnung. Von Percussions und anderen selbstgebauten Instrumenten spricht der Promo-Text, ein wenig Elektronik ist auch im Spiel, aber man muss es nicht unbedingt wissen und hat ggf. sogar mehr davon, wenn man sich unerschrocken auf den Weg macht, sie zu erkunden. Die vier Aufnahmen von »Sopo Ingsun« sind kürzer, aber ebenso finster, und haben eine Schlagseite hin zum Post-Industrial-Sound, der mich, vor allem bei den beiden Tracks »Dualisme (Perang antara yang Baik dan yang Jahat)« und »Dark Night of the Soul«, an die »Themes«-Alben von Psychic TV oder Noise-Acts wie Wolf Eyes erinnert. Ich könnte in diesem Zusammenhang ebenso auf die italienischen Soundtrack-Meister von Goblin verweisen. Wie man es dreht und wendet: »Nginguk & Sopo Ingsun«, Musik, die seelische Zustände zu spiegeln oder gar zu intensivieren vermag. Zustände, in die man vielleicht auch lieber nicht (mehr) geraten will, das kann schon sein. Vorsicht ist geboten, im Umgang mit inneren Dämonen.

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Text
Holger Adam

Veröffentlichung
12.09.2025

Schlagwörter

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