»Gewidmet dem russischen Enfant Terrible und Komponisten Sergej Kurjochin (1954 – 1996)«. Erst jetzt erscheinen die dekonstruktivistischen Erinnerungen an den russischen Performancemusiker, der immerhin auch einen Österreich-Auftritt beim»Töne & Gegentöne«-Festival in Wien zu verbuchen hatte. Die Aufnahmen, mitgeschnitten beim »Merge Festival 1997« in Tokyo, dokumentieren ein Rockfeuerwerk, das einerseits bombastisch herniederprasselt, aber in seiner Codierung dem Free Jazz verpflichtet ist. »Kolinka« leuchtet derart als freerock-ekstatischer Vulkanausbruch heraus, was bei Sidemen vom Format Otomo Yoshihide, Umezu Kazutoki (sax, cl) und Yoshigaki Yasuhiro (dr, objects) nicht verwundert. Konträr dazu steht der Bonustrack, den Soybelman mit SachikoM (sampler) bestreitet. Soybelmans amplified classical guitar und casio rapeman verdeutlichen, dass hier wiederum die Grundtendenz Ruhe vor dem Sturm lautet. Es ist ein durchdacht strukturiertes Stück voll konzeptiver Widerhaken.

Leonid Soybelman
With Russia From Love
Nomansland

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