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Spirit Possession

»Cathedral Speech«

Sepulchral Voice

Steve Peacock von Spirit Possession mischt auch bei Ulthar und Black Curse mit, und letztere werden ebenfalls auf Sepulchral Voice verlegt, wo auch andere rabiate Kapellen vom selben Schlag zuhause sind, Concrete Winds etwa. Man kann sich in diesem Zusammenhang den Spaß machen, mithilfe der einschlägigen Wortketten die feinen Unterschiede zwischen all diesen Bands herauszuarbeiten. Die fein justierte Genre-Synthese ist ja sozusagen die Königsdisziplin aller Beteiligten, sowohl in der Produktion als auch in der Rezeption der modernen Varianten extremer Musik. Also, dann wollen wir mal: Ulthar spielen Blackened Death Metal, während es sich bei Black Curse um eine Black-Metal-Band handelt, die deutliche Death’n’Doom-Einflüsse aufweist, die bei Spirit Possession wiederum keine Rolle spielen, weil eher Elemente aus dem Punkrock den Blackened Thrash Metal des Duos prägen. (Und Concrete Winds? Die sind völlig irre und stellen das äußerste Maß an Wahnsinn dar.) Alles klar? Man kann sich dieser Musik auch anders nähern, so vom Ambiente her, in dem sie zum Einsatz kommen könnte. Man stelle sich eine Vollmondschlägerei unter ungewaschenen, mit scharfkantigen Schlagwaffen ausgestatteten Finsterlingen in einem ausgesegneten, geräumigen Sakralbau vor: Es hallt ordentlich von den Wänden des heiligen Gemäuers wider, wenn die Fetzen fliegen und es zur verabredeten Stunde an einem geheimen Ort gegenseitig eine aufs Maul gibt. Kein schöner und ein recht unübersichtlicher Anblick für Außenstehende, aber ein atmosphärisch dichtes Treiben, um den Kopf freizukriegen, für alle, die da mitmischen. Erschöpft, ziemlich ramponiert und blutverschmiert, aber auch glücklich lächelnd und seelisch wiederhergestellt sitzen nach abgelaufener Zeit zum Raufen alle schnaufend auf den Kirchenbänken im Halbdunkel und geben sich zum Abschied die Hand. Bis zum nächsten Mal! So ungefähr. Im Grunde harmloser Spaß nach Regeln, aber nichts für unbedarfte Neulinge oder zarte Seelen.

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
12.10.2026

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