Salon skug: Bruch, Death By Delirium | 18.6.2013, rhiz vienna

Der Salon skug versteht sich als bewusst »sperrige« Veranstaltung im Club-Kontext, bei der – wie im Heft – auch Randbereiche von Musik wie Literatur, Pop-Theorie oder Film abgebildet werden. Zweimonatlich im Wiener rhiz!


Dienstag 18. Juni 2013

ab 21:00 Uhr im rhiz (U-Bahnbogen 37 – 1080 Wien)

Live: Bruch (Totally Wired Records), Death By Delirium
DJs: Sirius & Darktunes (Vanity Vague)
Eintritt
: € 5

Die Tintenfische sind Geschichte. Vergangenes Jahr verabschiedeten sich die Damen und Herren von Squishy Squid mit einem fulminanten Gig beim Salon skug in die unendlichen Tiefen des Ozeans. Ein Hybrid aus Squishy Squid und Strange Dolls Cult taucht nun 365 Tage später am selben Ort wieder auf und begibt sich auf seiner Konzert-Premiere (!) mit rotzfrechem »DeathPop« ins Delirium. Aber keine Angst, was trotz »Sayonara« auf einen erneuten Abschied zu deuten vermag, ist vielmehr Titel der ersten EP. Die Uhr bis zum Erscheinen tickt ebenso wie bis zur erstmaligen Live-Darbietung! »You Can’t Beat The Clocks« – und schon gar nicht den Drumcomputer!

Als wäre der Geist des seligen Lux Interior in den autistischen John Maus gefahren! Der Low-Fi-Rodeo-Punk Bruch, bekannt aus der Krafftmalerei, ist »back« und legt seine Debütscheibe vor, auf der er ordentlich die Puppen tanzen lässt: mit der großen Geste eines Martin Rev, der den bebrillten Roy Orbison bei den Ohren hat und durch den Saloon der Eitelkeiten schleift (»I’m Back«), mit dem gütigen Herz eines Peter Alexander, der sich am Abort verkriecht (»Agreement«) und mit dem ungezügelten Sex von Lee und Nancy, die sich auf dem Rücksitz ihres Pickups ein vermeintlich letztes Stelldichein geben (»Wildcat«). Im Verlauf von elf Songs galoppiert Bruch souverän wie ein britischer Jockey durch die Geschichte des Rock’n’Roll und kommt dabei nie aus dem Drummachine-Takt. Eine »Heartbreaking Machine« auf vollem Schub durch die Pop-Prärie der Zukunft. Better hold on tight! (Michael Giebl, skug #93)