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Helen

»Linda’s Head«

Kranky

Unter dem Namen Grouper verfolgt Liz Harris seit vielen Jahren einen stark vernebelten musikalischen Pfad, der in seelische Abgründe und an andere unheimliche Orte führt. Mit Helen, einem Bandprojekt in Triobesetzung, geht sie leichtherziger zu Werke. Die zehn freundlich-verträumten Lieder erinnern an Slowdive oder die Cocteau Twins und können daher guten Gewissens dem Shoegaze-Genre zugerechnet werden. Manchmal schlägt das Trio sachte ein bisschen mehr Krach, dann entsteht für kurze Augenblicke eine gewisse Nähe zu den ruhigeren Momenten von Sonic Youth oder Slowcore-Bands wie Codeine. Die insgesamt zart-bröckelige Ästhetik von Helen ist also bestens dazu angetan, einen spätsommerlichen Sonntagnachmittag alleine oder in der Gesellschaft lieber Menschen zu verbringen. Und wenn einem der Sinn danach steht, sich ein bisschen zu bewegen, dann eignet sich das Album auch als Soundtrack für einen Spaziergang durch frisch gefallenes Herbstlaub. Für den Fall, dass das Wetter wieder umschlägt oder der nasskalte Herbstnebel sich gar nicht erst lichten mag, kann man auch wieder zu Grouper greifen – die dunkle Jahreszeit kommt so oder so. Noch ist es aber nicht so weit und »Linda’s Head« ist ein schönes Album, um leicht melancholisch, aber nicht betrübt seinen eigenen Gedanken nachzuhängen und letzte Sonnenstrahlen einzufangen. 

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
08.10.2026

Schlagwörter

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