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Funebrarum

»Beckoning the Void of Eternal Silence«

Pulverised Records / Morbid Wrath

Das dritte Album der amerikanischen Death-Metal-Band ist bereits im Mai erschienen, aber wenn Funebrarum 17 Jahre brauchen, um ein neues Album vorzulegen, dann kann ich auch ein halbes Jahr bummeln. Über den lästigen Sommer hinweg habe ich mit den eingeschneiten Bäumen auf dem Cover der Platte, die mir mittlerweile in der eiskalten »Frost of Evil«-Variante in silbrig glitzerndem Vinyl vorliegt, nicht viel anfangen können. Jetzt, wo der Winter naht, passt aber alles und ich wiederhole an dieser Stelle, was die einschlägige Fachpresse seit Erscheinen des Albums nicht müde wird zu betonen: »Beckoning the Void of Eternal Silence« hat das Zeug, in den obligatorischen Jahresendcharts ganz vorne zu landen. Der tief gestimmte und drückend schwere Death-Doom-Metal der Prügelknaben aus New Jersey walzt präzise und erbarmungslos alles nieder. Dabei gehen sie überwiegend nicht gemächlich, aber sagen wir mal mit stoischer Ruhe vor und ziehen das Tempo nur an, wenn es wirklich sein muss. Sie haben sich mit der Veröffentlichung des Albums nicht beeilt und lassen sich auch während des musikalischen Vortrags nicht hetzen, denn sie wissen um die Effektivität und Effizienz ihres gewissermaßen tödlichen Handwerks. Um einen nicht besonders originellen, aber genrenahen Vergleich zu bemühen: Wie eine träge anmutende, aber beharrlich nachsetzende und von unglückseligen Leidenschaften getriebene Horde Killer trotten Funebrarum hinter dir her. Souverän und unbeirrbar halten sie die Richtung, bleiben dir auf den Fersen und kommen langsam aber sicher näher. Sie wissen, sie müssen sich nicht beeilen, denn sie kriegen dich früher oder später sowieso. Sie haben die Ausdauer und du keinen Ausweg. Dem stilsicher inszenierten und konsequenten Knüppelsound des Quintetts mangelt es auch nicht an atmosphärischer Dichte. Dezente Keyboardflächen akzentuieren die majestätischen Riffs, das Schlagzeug trifft todsicher alle Stellen, an denen es wehtut, und der variantenreiche Gesang lässt dich wissen, dass dein letztes Stündlein bald geschlagen haben wird. Auf stimmungsvollste Art und Weise fällt man Funebrarum zum Opfer, sozusagen. Der Tod steht ihnen gut – und dir auch. 

Home / Rezensionen

Text
Holger Adam

Veröffentlichung
13.10.2026

Schlagwörter

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