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Dubstep – Worldwide Bass Culture

Line-Up des ersten Wiener Dubstep-Festivals.

Nach dem phänomenalen Auftakt mit Kode9 + The Spaceape wird am 1. und 2. Juni im The Zoo einerseits die weltweite Verbreitung von Dubstep dargestellt, andererseits werden auch die verschiedensten Spielarten des Genres präsentiert. Nach Boxcutter, DJ Pinch, Tes La Rok/MC Rogue Star, Freakcamp Soundsystem, Bruno Belluomini; Loefah, N-Type/MC Crazy D, Benga, Hatcha u.v.m. gibt es am Sonntag, 3. Juni Lectures, Film Screening & Chillout mit Boomnoise aus London und Dubway aus Split.

Freitag 1.6., 21 Uhr – International Day
The Zoo, 12., Schönbrunner Straße 175 – Eintritt: EUR 7,-

Boxcutter (Belfast)

Der Nordire hat letztes Jahr mit seiner Platte »Oneiric« einen Meilenstein des avantgardistischen Dubstep geliefert, der beweist wie vielschichtig das Genre sein kann. Filigrane High-Tech-Dub-Gefilde werden da übereinandergeschichtet, wie man sie so noch nie gehört hat. Barry Lynn aka Boxcutter kommt ursprünglich von der Gitarre und ist darüber in die Produktion gestoßen, er tritt auch live auf, mit Laptop und Gitarre, und ist eines der Highlights des 1. Vienna Dubstep-Festivals.

DJ Pinch (Bristol)

Robert Ellis aka DJ Pinch ist der primäre Mover der Bristol-Dubstep-Szene und Labelchef von Tectonic Records. Meister der Subbass-Vibrationen und begnadeter DJ. Er ist einer derjenigen der Bristol-Szene, der natürlich auf Massive Attack, Smith& Mighty, More Rockers, Roni Size, DJ Die, Krust, Suv und den Londoner Sound aufbaut, aber diesen eigenständig weiter entwickelt hat. Seine 12-Inch »Quawwali« auf Planet Mu war einer der Höhepunkte von 2006.

Tes La Rok/MC Rogue Star (Helsinki/London)

Tes la Rok aka DJ Dice kam bereits 1990 zur elektronischen Musik und releaste auf Drum’n‘ Bass-Labels wie Formation, Defunked und seinem eigenen Mangofunk. 2006 wurde sein Album als bestes elektronisches Album in Estland prämiert. Seit 2005 konzentriert er sich auf Dubstep und ist damit einer der innovativsten Produzenten außerhalb Englands. 2007 releast er Tracks auf Baredubz, Mode Recordings, Narco Hz und Pressing Issue. In Wien wird er mit seinem Lieblings-MC Rogue Star aus England performen.

Peverelist (Bristol)
Als Kopf des Punchdrunk-Labels und Betreiber des Rooted Record Stores in Bristol kombiniert Peverelist Minimal Techno à la Ricardo Villalobos und Dubstep in der Facon von Rhythm & Sound. Seine Debüt-12″ »Erstwhile Rhythm«/»The Grind« operiert meisterlich zwischen den Stilen und beweist die Wandlungsfähigkeit innerhalb des Dubstep-Genres, indem er die Szenen von DMZ (Digital Mystikz, bestehend aus Mala und Coki) und FWD (Partyreihe/Agentur) als Inspiration hernimmt.

Appleblim (Lancashire)

Zusammen mit Shackleton ist Appleblim Betreiber des feinen Skulldisco-Labels mit weirdem Dubstep. Er spielt regelmäßig auf allen bekannten Dubstep-Partys. Seine Tracks werden z.B. von Kode9, Ricardo Villalobos und Mary Ann Hobbs gerne gespielt.

Freakcamp Soundsystem (Berlin)

Der kollektive Bass-Wahnsinn macht auch in Berlin Furore. Das stetig wachsende Freakcamp-Kollektiv ist bereits seit 2000 unterwegs. Anfang 2006 stellte es die erste monatliche Dubstep-Partyreihe auf die Beine. Den bisherigen Höhepunkt stellte die Einladung dar, im Februar dieses Jahres einen Dubstep-Abend für das Club Transmediale Festival zusammenzustellen. Dannybwoy, Robotic und 2Krazy produzieren auch eigene Dubplates und werden in Wien unterschiedlichste Tracks vorstellen.

BunZer0 (Brüssel)

Seit BunZer0 2002 Horsepower Productions gehört hat, ist er spezialisiert auf Dubstep. BunZer0 ist äußerst aktiv in der Brüsseler Szene und hat schon mit allen Größen der Szene gespielt, er hat seine eigene Show auf SUBFM und seinen eigenen Blog, wo seine Mixshows zum Runterladen gepostet sind. Der Belgier arbeitet übrigens seit mehr als zehn Jahren als Musikjournalist für Rif Raf und wurde im Dubstepforum als Zweiter der Kategorie »Best International DJ« gewählt.

Bruno Belluomini (Sao Paulo)

Head of Tranquera Podcast und der primäre Vertreter der Dubstep-Szene in Sao Paulo. Besticht durch seine alternative Spielart des Dubstep mit Berimbao usw. Der Brasilianer arbeitet gerne mit europäischen Labels zusammen.

VJ Letitia Fox (London)
Letitia ist eine der Vertreterinnen der jungen Generation, die selbst Dubstep- und Grime-Partys veranstaltet (»Platform 1«), wo einerseits die Heavyweights der Szene auftreten, aber all die Jungen auch eine Chance bekommen. Sie ist auch Mitglied des Labels Clandestine, das in Brighton den Club Dubpressure veranstaltet. Letitia ist Gestalterin der Flyer und dedicated Visual Artist. Sie wird in Wien als VJ die Party gestalten.


Samstag 2.6., 21 Uhr – London Dubstep Crew
The Zoo, 12., Schönbrunner Straße 175 – Eintritt EUR 7,-

Loefah (London)
Loefah ist einer der Großmeister aus Südlondon und Mitglied des DMZ-Kollektivs. Er ist eine der Schlüsselfiguren der Szene und legt vor allem Wert auf Bass als dem treibenden Moment hinter seinen Tracks. Im Gegensatz zu seinen Kollegen Skream, Pinch oder N-Type ist sein Bass nicht von der LFO-Filtermodulation-Sorte, die im Dubstep so vorherrschend ist, sondern direkt und in die Beine gehend.

N-Type/MC Crazy D (London)
DJ, Produzent und Labelowner (Terrain Records). Wie viele hat er im Drum’n’Bass begonnen und ist jetzt einer der begehrtesten DJs der Szene. Er präsentiert seine eigene Show bei RinseFM und ist Resident im berühmten FWD Club. Er wurde als bester DJ im Dubstepforum gewählt und wurde auch für die 5. »Dubstep Allstars«-MIX-CD verpflichtet.

Benga (London)
Aus Croydon, das ja viele für das Detroit von London halten, kommt Benga, der unter dem Namen »Newstep« eine fulminante und vielbeachtete CD veröffentlicht hat. Benga war bei den Smooth Kriminals und gilt heute neben Skream als einer der besten Produzenten der Szene. Bereits als 16-Jähriger war er die Hoffnung des 2Step Garage. Ein Harddisc-Crash im Jahr 2002, wo er fast 1000 Tracks verlor, verhalf ihm ironischerweise zu einem professionelleren Neustart. Tracks wie »Zombie Jig«, »Electro Music« deuteten auf das Talent hin, das ihn nun zu einem der Schwergewichte der Dubstep-Dancefloor-Fraktion werden ließ.

Hatcha (London)
Croydons Antwort auf Moodyman hat schon mehr als zehn Jahre DJ-Tätigkeit hinter sich. Auch er ist beim RinseFM-Sender tätig und war auch im legendären Big Apple Record Shop tätig, dem Ausgangspunkt der ganzen Dubstep-Szene. Er mixte die erste »Dubstep Allstars«- CD und entdeckte MC Crazy D für den FWD Club.

DJ Chef (London)
DJ Chef ist ein guter Freund von Skream und spielte bereits mit Mala Fußball in der Schule. Heutzutage spielt er auf den besten Dubstep-Partys und im Dayjob arbeitet er als Mastering Engineer und Dubplate-Cutter in den Transition Studios, dem Heim aller Dubstep-Produktionen. Wie fast alle Dubstep-Meister kommt er aus Croydon, einem riesigen multikulturellen Bezirk Londons. DJ Chef ist ebenfalls ein DJ, der den strikten Ansatz vertritt, dass DJing eine Kunstform ist. Durch seine Arbeit bei Transition hört er immer die frischesten Tracks und sein Label Sub Freaqz releast ausschließlich Top-Qualität.

Milanese (Birmingham)
Ein typischer Vertreter der neuen experimentelleren Generation, der zwischen Grime, Dubstep, Jungle oder Breakcore oszilliert. Böseste Bässe, Soundscapes und glasklare Produktion zeichnen ihn aus. Ursprünglich releaste Steve Milanese auf Warp, legte bei Partys wie Megadog und in der Free-Party-Szene auf und hat einen Abschluss für elektronische Musik. In Wien wird er sein breites Spektrum live präsentieren.

DJ IZC (Wien)
DJ IZC startete seine DJ-Karriere 1995, ein längerer Aufenthalt im UK brachte ihn mit Garage, Grime und Dubstep in Kontakt und mit den heimgebrachten Tonträgern trug er wesentlich zu einer aufkeimenden heimischen Szene bei. Er spielte auf diversen größeren Partys in Wien ebenso wie in Deutschland, Ungarn, Portugal, Slowenien neben Acts wie Kruder & Dorfmeister, J Da Flex, Domu, Pulsinger & Tunakan, Jazzanova oder Felix Kubin. Derzeitige Aktivitäten sind Sendungen auf Play FM und Orange 94.0 sowie das Underground Bar-Projekt Kete.


Sonntag 3.6., ab 19 Uhr: Lectures, Film Screening, Chillout
rhiz, 8., Lerchenfelder Gürtel 37/38 – Eintritt frei

Boomnoise (London)
Mike Burn firmiert unter Boomnoise und ist seit ewigen Zeiten in der Dubstep-Szene unterwegs. Aus Newcastle kommend, waren erste Berührungen mit der Garage-Szene der Auftakt. Er nahm einige RinseFM-Sets für das Internet auf und dies spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle am globalen Siegeszug von Dubstep. Derzeit arbeitet er als Promoter für die Labels Storming Productions und Dub Police.

Dubway (Split)
Als Dubway ist der Kroate Ivan Kowacevic das Mastermind des Dubstepforums, dem Meetingplace für alle, die in diesem Genre arbeiten. Das Dubstepforum hat neben einigen wichtigen Blogs wesentlichen Anteil an der weltweiten Verbreitung dieses Genres. Neben der Internet-Arbeit ist er als DJ auch Mitglied der csfn Crew, der besten kroatischen Gemeinschaft für alternative elektronische Musik. Sie präsentieren Dubstep in Kroatien indem sie Artists wie Distance, Vex’d, Mala oder N-Type buchen.

DVD-Screening: »Living Inside The Speaker«
Im Gegensatz zu Grime, das die DVD als neues Mixtape propagierte, ist Dubstep eher selten visuell präsentiert worden. Neben den bekannten Dokus von MTV und BBC gibt jetzt ein weiterer Dokumentarfilm Einblick in die Welt der dicken Dubstep-Bässe. 37 Minuten, beginnend mit den ersten Subloaded Partys 2005, über den neuen Bristol-Sound, der ja auf eine lange Tradition an bassschwerer Kultur (Soundsystems, More Rockers, Massive Attack, Tricky etc.) zurückblicken kann. Produzenten wie Pinch (der zentrale Interviewpartner, am 1.6. im Zoo gemeinsam mit Appleblim und Peverelist), die Rooted Records Crew mit Peverelist, die Hench Crew, Atki2, Elemental und Nick Gutterbreakz kommen alle zu Wort. Bristol ist eine weltoffene Stadt und neben London die zweite Hauptstadt des Dubstep. Dort werden auch verschiedenste Zugänge zu Dubstep ausprobiert, egal ob von D’n’B, Garage, oder Techno kommend. Und Tectonic, Pinchs Label, ist eines der besten Dubstep-Labels überhaupt. 90% der Tracks auf der DVD wurden in Bristol produziert.

Kuratiert von Hans Kulisch, Alfred Pranzl (skug) und Wolfgang Schlag (Into the City/Wiener Festwochen)

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Text
Hans Kulisch

Veröffentlichung
16.05.2007

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