Der jazzige Sound von Dream Unending ist sehr speziell. Wer Death Metal klassisch mag – nach Hausmacherart –, wird mit den durchwegs wirklich sehr verspielten und verträumten Experimenten des nordamerikanischen Duos nicht warm werden können. Wer sich aber fingerfertige Gitarristen wie Pat Metheny oder Ali di Meola als Musiker in einer psychedelisch gestimmten Death-/Doom-Metal-Band oder umgekehrt eine Jazz-Fusion-Formation wie Return to Forever mit gutturalem Gesang vorstellen kann, der oder die könnte auch viel Freude an den verschachtelten Kompositionen von Dream Unending haben. Solche wilden musikalischen Mischungen sind ja durchaus in Mode, und ich sehe für die erfolgreiche Zukunft der Band schon ein einschlägig betiteltes Live-Album vor meinem geistigen Auge: »Dream Unending – Live at Montreux«, warum nicht? Das mag noch ein Weilchen dauern, aber mit Herausforderungen wie etwa Opeth, die weiland Teile ihrer Fanschar vergraulten, als sie »Heritage« veröffentlichten, müssen Dream Unending kaum rechnen, denn sie waren schon immer sehr experimentell und der stete Wandel ist beim progressiven Duo Programm. Es gibt also mit »Certain Uncertainties« keinen stilistischen Bruch zu verkünden, sondern nur eine Verfeinerung des Jazz-Fusion-Death-Metal von Derrick Vella and Justin DeTore. Und das Artwork des Albums ist fabelhaft. Es stammt von Benjamin Vierling, der unter anderem auch das ausdrucksstarke Porträt, das Joanna Newsoms Album »Ys« ziert, ins Werk gesetzt hat.
Dream Unending
»Certain Uncertainties«
20 Buck Spin
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