Tropic Thunder

Ben Stiller zieht in seiner Kriegsfilm-Persiflage sich selbst und ein Genre durch den Kakao, wird dabei aber inkonsequent und macht aus eitlen Selbstdarstellern wahre Helden.

Film im Film; »Tropic Thunder« berichtet von den Dreharbeiten zu einem fiktiven Film namens Tropic Thunder. Eigentlich fängt es ganz gut an: Kinotrailer zu frei erfundenen Blockbustern machen klar, dass die Hauptdarsteller des Vietnam-Epos »Tropic Thunder« zu den großen Kalibern im Showbiz zählen. In diesen paar Minuten bekommt das Mainstreamkino sein Fett ab und das Publikum die lustigsten Szenen des Films zu sehen. Die Story von fünf Schauspielern, die von ihrem Regisseur im Dschungel ausgesetzt werden und die unversehens in Konflikt mit paramilitärisch organisierten Drogenhändlern geraten hat Potential für jede Menge Lacher. Stiller kann leider nicht widerstehen und schafft aus einer Komödie eine Parabel über American Boys, denen es immer und unter allen Umständen gelingt, zu siegen. Immerhin beinhaltet »Tropic Thunder« ein paar Schmähs, die deutlich jenseits der Grenze guten Geschmacks liegen und auch auf political correctness wird wenig Wert gelegt.

City Slickers go Vietnam

Ben Stillers Anspruch war es, sich nicht nur über ein Genre lustig zu machen, sondern auch die Aussagen von War-Movie-Darstellern, wonach die Kriegsfilm-Dreharbeiten schon mit echten Kampf-Erfahrungen verglichen werden, in ihrer Lächerlichkeit zu desavouieren. So weit, so wirklich gut, aber gemessen an (zugegeben idiotischen) Parodien wie der Nackte-Kanone-Serie ist »Tropic Thunder« nun einmal nur mäßig witzig. Denn auch in der Verarschung muss man konsequent sein. Aus Hollywood-Schnöseln entwickeln sich wahre Helden in der Art von City Slickers Go Vietnam.

»Tropic Thunder«
(R: Ben Stiller; USA 2007. Mit Ben Stiller, Robert Downey Jr., Jack Black, Nick Nolte, Tom Cruise u.a.)

Ab 19.9.2008 in österreichischen Kinos.

>> www.tropicthunder.at