Patrice Lecontes Intime Fremde und Ralf Königs Lysistrata

Zwei neue Film laufen am 29. April in österreichischen Kinos an: Ralf Königs Lysistrata ist die Vefilmung des Kultbuchs von Comiczeichner Ralf König. Weitaus empfehlenswerter ist allerdings Patrice Lecontes neuer Film Intime Fremde.

Intime Fremde – Confidences Trop Intimes
Patrice Lecontes neuer Film schildert die Begegnung von zwei Fremden: Anna, eine Frau in der Krise (Sandrine Bonnaire) irrt sich in der Tür und gerät anstatt zu einem Psychiater an den Steuerberater William (Fabrice Luchini). Der will zunächst seine Identität aufklären, findet aber alsbald Gefallen an seiner Rolle als Beistand. Auch als Anna seinen wahren Beruf erfährt, ändert dies nichts an der sich immer mehr vertiefenden Beziehung. Nach allerlei Verstrickungen, endet der Film in einem schönen Schlußbild irgendwo am Mittelmeer.
Intime Fremde zeigt zwei Menschen, die einander zu vertrauen lernen. Insbesondere Anna erzählt intime Details ihres Lebens, während William stoisch ruhig bleibt und insbesondere durch seine Blicke spricht – wie in seinem eigentlichen Beruf, ist er auch im wirklichen Leben stets Berater, stets der Zuhörende. Auch als er erkennt, dass er sich in Anna verliebt hat, wagt er es kaum, dies auszudrücken. Ein ruhiger, verhaltener Film, der durch seine Stille punktet und trotzdem meist spannend wie ein Thriller ist. Sehens- und somit empfehlenswert.
Intime Fremde – Confidences Trop Intimes (R: Patrice Leconte, F 2003)
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Ab 29. April im Kino

Ralf Königs Lysistrata
Einer der bekanntesten Punkte antiker Geschichte, ist sicherlich der Kampf zwischen Athen und Sparta. Dieses Themas nahm sich Mitte der 1980er-Jahre der deutsche Comicschreiber Ralf König an, sein Ergebnis gilt als Kultbuch und heißt nun in der vorliegenden Verfilmung Ralf Königs Lysistrata. Eine andere Verfilmung von König – Der bewegte Mann mit Til Schweiger – geriet ja einst zum Sensationserfolg.
Was erwartet einen bei Königs Lysistra also? Der Plot ist ja auf den ersten Blick einigermaßen lustig: Athens Frauen verhängen ein Sexverbot, um so den Frieden zwischen Sparta und Athen zu erzwingen. Die soldatischen Männer erleichtern sich mittels der daraufhin oktroyierten Homosexualität, wodurch die Keuschheit der Damen nicht mehr greift. Bevor die Krieger sogar mit den Gegnern schmusen, müssen sie mit Riesen- und Dauerständern durch die Welt laufen.
Hätte man daraus einen Film im Duktus von Monty Pythons Flying Circus gemacht, hätte eine wunderbare Komödie daraus werden können. Doch die Witze greifen nicht, auch wenn sie auf der – oder in der? – Hand liegen (Homo erectus! Ha Ha!) Und schwule Männer waren auch bei Bully Herbig nur für Hardcore-Vergnügungssüchtige und beinharte Lachwurzen lustig. Wie heißt es doch so schön: Humor ist… wenn man trotzdem lacht.
Ralf Königs Lysistrata (R: Francese Bellmunt, Spanien 2002)
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Ab 29. April im Kino