»Kleine Fische«

Der Südtiroler Regisseur Marco Antoniazzi erzählt in seinem Film »Kleine Fische« die Geschichte der grundverschiedenen Brüder Martin und Kurt, die sich beim Begräbnis des Vaters nach langer Zeit wieder sehen.

Martin ist der zögerliche Nesthocker, Kurt der rebellische Ausreißer – im Streit um den kleinen Fischladen im Familienbesitz reiben sie sich aneinander. Martin will das Geschäft zu einem modernen, ökologisch bedachten Unternehmen umformen, engagiert sich in der Globalisierungskritik – nicht zuletzt, um damit der Studentin Karin zu imponieren.

Weltverbesserungsideen

Sein Bruder Kurt findet an den Weltverbesserungsideen wenig Interesse, umso mehr aber an Karin. So ist die Beziehung der Brüder anfangs von Misstrauen und Enttäuschung geprägt, bis sie allmählich merken, dass sie so verschieden nicht sind und einander durchaus ergänzen. Doch als sie endlich die komplizierten Familienkonflikte hinter sich lassen und glauben, ein gemeinsames Ziel gefunden zu haben, ist es zu spät. Jeder von ihnen muss sich erst von der Altlast des väterlichen Erbes befreien, um einen selbst bestimmten Neuanfang antreten zu können.

Sehenswerte Tragikomödie

Im globalisierten Warenverkehr ist der kleine Fischladen im neunten Wiener Innenstadtbezirk keine gute Anlage für die Hoffnungen und Mühen der ungleichen Brüder Kurt und Martin, aber eine Chance, ihre Beziehung auf eine neue Basis zu stellen. So wird der Fischladen im Laufe des Films mehr und mehr zu einer Metapher für größere Zusammenhänge. Ein sehenswerter Film, den man wohl am besten ins Genre Tragikomödie einordnet.

Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale in Graz ist zurzeit in folgenden Kinos zu sehen: Filmcasino, Bellaria, Village City Cinemas Wien; Kino Liezen, Kunstkino Geidorf/Graz. Weitere Filmstarts: 25. 4. Cinematrograph Innsbruck, 28. 4. Filmclub Bozen, 14. 5. Moviemento Linz, 15. 5. Cinema Paradiso St. Pölten, 23. 5. Das Kino Salzburg.

>> www.kleinefische.at
>> www.youtube.com/watch?v=CiEGkWcxCyc
>> www.youtube.com/watch?v=19c14jtWfGM