Trio Sowari, Klanggalerie t-u-be, München, 20.06.08

»Do we need a dedicated space?«

Phil Durrant (Laptop, Software Sampler), Burkhard Beins (Percussion, Objekte) und Bertrand Denzler (Tenorsaxophon) bilden die Formation Trio Sowari. Der Auftritt des elektroakustischen Trios mit zeitgenössisch Experimentellem wird als disziplinierte und fokussierte Musik angekündigt. Ich komme in den Tunnelraum t-u-b-e, in dem der Verein Offene Ohren in München Improvisationsmusik veranstaltet, als die Musiker schon angefangen haben zu spielen. Auffallend die sehr reduzierte Lautstärke. Und dies bleibt während des Konzerts so. Freie Improvisation als ein Spiel mit minimalsten Geräuschen, leisesten Tönen und feinsten Nuancen in monotonem Summen. Eine Atmosphäre bestens korrespondierend mit der Raumakustik der t-u-b-e, die gleichzeitig starke Konzentration fordert und völlig entspannt. Der Laptop integriert als akustisches Instrument, ins Saxophon oft gerade mal mit Distanz zum Mundstück rhythmisch gehaucht, manchmal bloß das Knistern von aneinandergeriebenem Styropor statt Schlagwerk und Percussion. Irgendwann nur das Geräusch einer kleinen Kugel, die in einer Schale Runden läuft, wie bei Roulette. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als ums Zuhören bei experimentellen Soundversuchen und Klangspielereien. Und mehr um Introspektion als um lautes, spektakuläres Aufsprengen nach außen.
Von Ausloten von Vielschichtigkeiten und Ambivalenzen in musikalischen Kommunikationsprozessen« schreibt Beins im Text »Politische Relevanz und subversives Potenzial« (Rom, 2006). Denn Trio Sawari bietet auch Theorie zur Musik. Diskursives. In einem kleinen schwarzquadratigen Faltblatt speziell die »27 Questions For A Start« (2007) Denkanstöße. Sich abspielend wie die Musik zwischen: »To what degree is this kind of music experimental?« und »Do we need a dedicated space?« So auch: »Does our musical scene simply reproduce capitalistic structures?« und »Are there different levels of listening?«

>> www.burkhardbeins.de