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Picknick am Wegesrand – 29.09.2005 im Palais Donaustadt

Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Das Picknick musste auf der Fläche des Palais Donaustadt erstmals zwischen die hohen Pfeiler, unter die darüber führende Straße ausweichen. Was den Raum zwar etwas verkleinerte, aber trotzdem nicht unangenehm werden ließ. Gut besucht war es trotzdem und entspannt und ausgelassen sowieso.

Das Programm hatte diesmal einfach zu viel gutes zu bieten: Von alten Hasen wie HANS PLATZGUMER mit CONVERTIBLE bis hin zu (noch) unbekannten, aber schon famosen Bands wie LASCH, war wieder ein kleiner, aber großer Ausschnitt der österreichischen Musikszene zu sehen/hören. Vor allem letztere wussten mit wunderbar-verzaubernden Popsongs samt Akkordeon und träumerischen Vocals zu verführen. Die Drei-Mann-Combo um MISS HAWAII, den allseits umjubelten Japan-Freerocker/verrücktem MC, schob gar nach ihrem 19-t-Labelauftritt im rhiz noch einen Sondergig beim Picknick ein, der wie erwartet abquantifizierten Wahnsinn, NoWave-Dramatik, Jazz-Attitüde und stilsichere Electronics präsentierte. Eva Jantschitsch a.k.a GUSTAV bot mit Ziehharmonika und Begleitung ein Set an neuen Stücken, und UNITED MOVEMENT krachten wie gewohnt in alle Richtungen. Das NOISECAMP bot wieder einmal mit MADAME STRANG, SEPIX und der 7"-Präsentation eines 1BOMB1TARGET-Mitschnitts radikalsten Grindcore des Landes, mit den nötigen 300-und-aufwärts-bpm und einer der heftigsten Reaktion der Ohrchemikalien.

Ganz zum Abschluss durfte noch Vienna Songwriting Association-Star DANIEL MÖLKSMITH ein kleines Konzert vor dem noch verbliebenen Publikum abgeben, wo wunderschöne Songs den melancholischen Heimweg einläuteten. Ein Festival wie das Picknick gab es nicht oft in Österreich. Es war ein Wahnsinn an improvisierter Organisation und fehlender Infrastruktur der trotzdem funktionierte, wie die Party, die du bei dir zu Hause auch immer wieder doch hinkriegst. Nur mit besserer Musik. Und viel mehr Gästen. Wenn man bedenkt, wie viel unterschiedliche, vielschichtige, dramatische, nervenaufreibende Konzerte wir an diesen vier Donnerstagen erleben durften, dann bleibt uns nur zu sagen: Danke, und jederzeit mehr davon.

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Text
Marko Markovic

Veröffentlichung
11.10.2005

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