Miss Kittin & The Hacker - Fr., 12.10.2007, Razzmatazz, Barcelona

Das geniale französische Elektro-Duo ist zurück.

Im schwarzen Pailettenminikleid und Highheels trat sie auf, die Haare offen mit ihren charakteristischen kurzen Stirnfransen, die Arme von oben bis unten tätowiert, neben sich die Laptop und Effektmaschine. Ihr Partner stand stoisch hinter seinen Maschinen, mit Lederjacke und schwarzer Krawatte, die Haare zur schmalzigen Locke geformt. Miss Kittin and The Hacker sind zurück, mit zwei neuen Songs und all ihren Hits, endlich wieder auf Tour! Einer der ersten Abende derselbigen fand vergangenen Freitag im Razzmatazz statt, Barcelonas größtem Wahnsinnsclub, bis an die Decke zum Platzen gefüllt. Zu Beginn spielten sie den Monstertrack »Dimanche« von der nagelneuen »Hometown EP«, ein extrem sexy Rave-Track. Dann kamen Klassiker wie »Stock Exchange« oder »You and Us«, dann »Frank Sinatra«, das auch nach sechs Jahren nichts von seiner Genialität eingebüßt hat.
Miss Kittin sprühte wie immer vor Charme, auch wenn sie nur wenig mit dem Publikum kommunizierte (außer ein paar »Muchas gracias, Barcelona!« war ihr nicht viel zu entlocken), doch hat sie einfach eine Ausstrahlung, eine Art Magie, der sich niemand im Saal entziehen konnte. Sie spielte – neben dem Singen – mit ihren Effektgeräten und improvisierte Melodien, die sich bei ihr wie immer perfekt in die Rhythmen des Hackers einfügen. Gut, teilweise hätte man ein bisschen mehr Krallen zeigen können, schade, denn die beiden schienen nicht immer bis zum Äußersten aus sich herauszugehen. Ihren ersten Hit, das überirdische »1982« zum Beispiel, hätte man als Zugabe und mit noch mehr Engagement zum Knaller der Nacht machen können, so blieb es etwas kraftlos an Stelle vier oder fünf.
Passend zum Haarstyling des Hackers spielten sie als eine der Zugaben »Suspicious Minds« von Elvis Presley, eine geniale Elektro-Adaption, und als allerletzte Zugabe »Live on MTV«. Nach dem knapp zweistündigen Konzert ließen wir uns von den Menschenmassen nach draußen spülen, und ich wollte, ganz entgegen meine Art, schnell nach Hause, um die Eindrücke noch nachwirken zu lassen. Ein großer Abend!