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Jüdische Filmwochen

La Petite Jerusalem (R: Karin Albou, F 2005) zeigt das Leben von zwei aus Tunesien stammenden Schwestern: Mathilde und Laura. Die beiden wohnen gemeinsam mit ihrer jüdischen Mutter in einer tristen Vorortsiedlung in Paris. Mathilde führt ein religiös orientiertes Familienleben, während Laura sich zunächst voll auf ihr Studium konzentriert und an Männern nicht interessiert zu sein scheint. Doch sie verliebt sich in den Moslem Djamel und die beiden versuchen ihrer Liebe eine Chance zu geben. So zeigen sich zwischen den beiden unterschiedlichen Schwestern überraschende Gemeinsamkeiten: Denn Mathilde hat gerade Eheprobleme. Karin Albou schafft einen sensiblen Film, der zwischenmenschliches Mitgefühl – und Probleme gleichermaßen – trotz der Tristesse der Vorortsiedlung zu vermitteln weiß.

Tel Aviv – Hamburg

Ein ganz anderes Lebensgefühl vermittelt das unterhaltsame Roadmovie Metallic Blues (R: Danny Varete, CDN/IL/D 2004). Zwei schmierige Gebrauchtwagenhändler aus Tel Aviv wittern das Geschäft ihres Lebens und versuchen einen 85er Lincoln-Continental in Hamburg zu verkaufen. Doch der Trip ins Glück wird zu einer Anhäufung an Pannen und tragikomischen Zwischenfällen. Am Ende ist der Lincoln zerstört. der Traum vom großen Geld ausgeträumt und die beiden machen sich wieder auf den Weg nach Israel. Varete gelingt es trotz der lustigen Handlung Momente der Verlorenheit einzufangen: Die Verlorenheit in einem fremden Land, die im Film für Juden in Deutschland noch stärker zu spüren ist. Da fragen sich die beiden – im Stau auf der Autobahn stehend – ob vielleicht die Staunachbarn auch Nazis waren. Da wird eine Polizeikontrollen gleich mal zu einer Frage um Leben und Tod.
Ein guter Film, der einen würdigen Schlusspunkt unter das vielfältige Programm der heurigen Jüdischen Filmwochen zu setzen wusste und schon jetzt auf das nächste Jahr verweist.

>> www.jfw.at

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Home / Kultur / Film

Text
Jürgen Plank

Veröffentlichung
01.12.2006

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