»Herrn Kukas Empfehlungen« und »Küss mich bitte«

Zwei feine Komödien kommen demnächst in die österreichischen Kinos: Französisches Autorenkino mit »Küss mich bitte« und eine Literaturverfilmung nach Radek Knapps »Herrn Kukas Empfehlungen«.

Waldemar (Lukasz Garlicki) ist ein junger Mann aus Polen. Wie viele seiner Landsleute bricht er in den Westen auf, um sein Glück zu machen: Mit auf den Weg nach Wien bekommt er Herrn Kukas Empfehlungen: Nachbar Kuka empfiehlt Waldemar etwa auf keinen Fall ein T-Shirt mit der Aufschrift »Womit kann ich Ihnen dienen?« zu tragen. Das ebenfalls empfohlene Hotel Venus entpuppt sich als Parkband – für die erste Woche wird sie Waldemars Schlafstatt. Auf Jobsuche in Wien trifft Waldemar prompt auf einen Würstelstandler mit einem »Womit kann ich Ihnen dienen?«-Shirt.
Mit solch augenzwinkerndem Humor erzählt der Film – wie die hervorragende Schelmenroman-Vorlage Knapps – vom vermeintlich goldenen Westen. »Nach der Lektüre von Herrn Kukas Empfehlungen wusste ich sofort, dass ich diese Geschichte verfilmen möchte«, sagt Regisseur Dariusz Gajewski, der Waldemar als sympathische Verliererfigur, die am Ende doch ihr Glück findet, zeigt. August Diehl gibt den kleptomanischen Mitbewohner Waldemar sehr schauspielerhaft, etwas mehr Zurückhaltung wäre hier angebracht gewesen. Ingesamt ist die Verfilmung aber hervorragend geglückt.

Zwischen Allen und Truffault

Apropos Zurückhaltung. Darum geht es auch in Emmanuel Mourets Film »Küss mich bitte«. In dieser Komödie erzählt er davon, was ein – scheinbar unbedeutender – Kuss auslösen kann. Nicolas (Emmanuel Mouret) und Julie (Virginie Ledoyen) sind beste Freunde, die einander von allen Problemen erzählen. Als Nicolas sie nach einer gescheiterten Beziehung aufgrund seiner unerfüllten Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung darum bittet, küssen einander die beiden. Aus dem Kuss wird Sex und ohne es zu wollen, verlieben sich die beiden ineinander.
Die Geschichte dieser Amour Fou erzählt Emmanuel Mouret in Rückblenden, denn in der Rahmenhandlung wird die Frage, ob ein Kuss harmlos sein kann, zum Thema als eine Freundin Julies auf einer Dienstreise von einem Mann geküsst werden soll. Mit »Küss mich bitte« ist Emmanuel Mouret ein Film gelungen, dessen Beziehungsgeflecht irgendwo zwischen Woody Allens besten Filmen (etwa »Ehemänner und Ehefrauen«) und Francois Truffaults Doinel-Zyklus anzusiedeln ist. Lustig und bezaubernd zugleich.

Demnächst in österreichischen Kinos.

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