Cristina Branco, Wiener Konzerthaus, 04.12.2009

Sie gilt als die Nachfolgerin von Amália Rodrigues: Die Anwärterschaft auf diese Position hat Cristina Branco im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses nachdrücklich unterstrichen.

Dabei hätte alles anders kommen können: Eigentlich hat Cristina Branco Journalistik studiert und ist zufällig – auf einer Party – zum Singen von Fados gekommen. Das ist gut so, denn sie hat das Wiener Publikum mit ihrer klaren Stimme verzaubert, Branco ist wohl die beste Sängern, die Fado zurzeit aufzubieten hat!
Neben wunderschönen Fados hat Cristina Branco mit dem Lied »Alfonsina del mar« ihrer im Oktober verstorbenen gro&szligen Kollegin Mercedes Sosa gedacht. Auch das vom Buena Vista Social Club bekannte kubanische Stück »Dos Gardenias« war zu hören und es schien, als lie&szligen sich spanischsprachige Lieder ohne Probleme in den Fado-Kosmos überführen. Am Ende gab es stehende Ovationen: Davor ist Branco ohne Scheu in die riesigen Fu&szligstapfen von Amália Rodrigues getreten und hat von dieser komponierte Lieder gesungen.

»All das ist Fado«

Kongenial begleitet wurde Branco an diesem Abend von Ricardo Dias (Klavier), der auch für die Arrangements gesorgt hat und von Bernardo Couto an der so genannten Portugiesischen Gitarre, die einen harfenähnlichen Klang erzeugt. Ebenfalls mit dabei waren Alexandre Silva an der Gitarre und Fernando Maia an der Bassgitarre, mit diesen beiden spielt Branco schon seit mehr als zehn Jahre zusammen.
Diese Vertrautheit, dieses musikalische Verstehen war in jeder Phase des Konzertes spürbar. Wie immer im Konzerthaus kann man nur die hervorragende Technik und die Akustik loben, die den würdigen Rahmen für einen gro&szligartigen Konzertabend bereitet haben. So sind die letzten gesungenen Worte an diesem Abend dem Lied »Tudo isto é fado« entnommen, das auch Amália Rodrigues einst interpretiert hat: »All das existiert, all das ist traurig – all das ist Fado.«

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