Bill Callahan, Orangehouse, München, 23.05.08

Bill Callahan – coldblooded.

»A River Ain’t Too Much To Love« (2006) von Smog, Bill Callahans früherer Band, war eine Weile eine meiner favourite CDs. Gefolgt von einer Zeit, in der ich sie auf einmal überhaupt nicht mehr hören wollte. Sogar das absolut geniale »Say Valley Maker« hatte seltsamerweise seine Magie verloren. Callahans Solo-Veröffentlichung »Woke On A Whaleheart« (2007) nahm ich dann gerade mal mit Skepsis zur Kenntnis.
Erst jetzt, beim Konzert im Orangehouse, erreichte mich Bill Callahan wirklich wieder. Er an der E-Gitarre, ein weiterer E-Gitarrist, Basser und Schlagzeuger spielten einen extrem auf vereinfachten, straighten Rhythmus fixierten Sound. Roher als auf den CDs. Starker Rhythmus, bis in die Gitarren-Riffs getrieben. In manche Stücke regelrecht hineingehackt, hineingehämmert. Auf diese Weise fand ich erneut Zugang zu Callahans Songs. Besonders bei »Say Valley Maker« direkt, auf eine härtere Art. Und gleich darauf »Rock Bottom Riser«, in dem einige veränderte Gitarrenphrasen durchbrachen. Und dann in »Coldblooded Old Times« – Callahan, abgeklärt, entschieden, hat die Perspektive eines über 40-Jährigen.
Eigenartig überzeugend auch im Vorprogramm Alasdair Roberts: Text und die Akustische. Neues Folksinging & Storytelling. Astreines Fingerpicking auf den hohen Saiten, satt und exakt klingend die Bässe, beim Sliden ein Glas benutzend.

>> www.myspace.com/toomuchtolove
>> www.alasdairroberts.com