Ein verschwitzter Abend am 25. Mai 2026 im Wiener Chelsea zeigt, warum kleine Konzerte oft die besten sind. Das argentinische Duo Pacifica, bestehend aus Inés Adam und Martina Nintzel, bietet für knapp eineinhalb Stunden eine äußerst überzeugende Show aus Rockstarposen, kleinen Choreos und tanzbarem Indierock. Die Songs wechseln zwischen Spanisch und Englisch, während man musikalisch das Gefühl bekommt, etwas Großem auf der Spur zu sein. Die beiden haben nicht nur Songs mit unglaublichem Hitpotenzial, sondern sind auch noch für die Bühne geboren. An diesem Abend im Chelsea fühlt es sich mitunter absurd an, dass diese Band vor »nur« 250 Personen auftritt. Mit der Souveränität von alteingesessenen Performerinnen spielen Pacifica ihre Songs, lassen sich dabei schamlos abfeiern und bringen das Publikum zum Tanzen.

Live begleitet durch einen Drummer, feuern Adam und Nintzel zunächst eine knappe Stunde lang ein schwitziges Feuerwerk ab, um schlussendlich in der Zugabe ihre großen Hits »With or Without You« und »Anita« abzuliefern. Nachdem die beiden erklärte Strokes-Fans sind und mit Cover-Versionen der US-amerikanischen Rockband in den USA Bekanntheit erlangten, darf natürlich auch ein obligatorisches Cover von »Someday« nicht fehlen – inklusive Publikumsunterstützung an der Gitarre. Ein weiteres Cover hört sich für unsere mitteleuropäischen Ohren bekannt, aber doch irgendwie eigenartig an: Mit »99 Red Ballons«, der englischen Version des Nena-Überhits, beweisen Pacifica, dass sie ihre Ursprünge als Coverband nicht vergessen haben.

Zusammenfassend fühlt sich dieses Konzert wie eine Bereicherung für die Wiener Clubszene an. Nach Elektro-Goth-Pop von Panik Deluxe zum Einstieg und einer bemerkenswerten Performance von Pacifica hat man den Eindruck, 15 Euro als maximaler Ticketpreis wäre absurd niedrig. Genau diese Leistbarkeit rundet den Abend aber perfekt ab. Kunst soll bewegen, bereichern, aber vor allem zugänglich sein – in diesem Fall dank der Veranstalter cute concerts, die mit ihren introduction nights einen niederschwelligen Zugang möglich machen.












