Festivaltagebuch - 27. 10. / Tag 12

Filmkritiken: »Chakushin ari«
Shortcuts: »Andre Valente«, »Man-Yan«, »Zananeh«
Abschlussfilm: »A Home at the End of the World«
Bonustrack und Abschlussveranstaltung

»Chakushin ari«
Der neue Horrorstreifen vom Meister Miike Takashi. Ähnlichkeiten zu »The Ring«  (selbstverständlich dem japanischen Original) sind augenscheinlich. Die Funktion des Videos in »Ringu«, das den sicheren Tod, für diejenigen bedeutet, die es gesehen haben, wird – der englische Titel »One missed call«  deutet es an –  in Takashis Film von einem Handy übernommen. Die Protagonisten erhalten einen Anruf in Abwesenheit. Die Nummer des Anrufers ist die eigene, die Nachricht entstammt der Zukunft und stellt eine Warnung zum eigenen, bevorstehenden Tod dar. An »Ringu« kommt dieser Film zwar nicht heran, ist jedoch dennoch sehenswert und schlägt manche amerikanische Teensplatters immer noch um Längen, wenngleich das Ende Verwirrung stiftet.

Für Frühaufsteher und Fans des japanischen Horrorfilms läuft »Chakushin ari« heute noch um 11:00 in der Urania.


Shortcuts:

»Andre Valente«  ist ein Film über den 8-jährigen André, der bei seiner Mutter in Lissabon lebt. Der Junge freundet sich mit einem russischen illegalen Arbeiter an. Eine Geschichte über das Heranwachsen und zugleich eine »reichhaltige Erzählung«.

Heute um 11:00 in der Urania.


»Man-Yan« thematisiert den Handel mit illegalen Filmraubkopien in China auf »vergnügliche Weise«.

Heute um 11:00 im Stadtkino.


Die iranische Dokumentation »Zananeh« sucht eine öffentliche Damentoilette auf, ein Raum nur für Frauen. Dort sind sie unter sich, finden  Verbündete, klagen ihr Leid, erzählen von ihren Sorgen oder rauchen einfach nur Zigaretten und tratschen. Mit wenigen Mitteln, der Film ist größtenteils mit Handkamera und im DV-Format gedreht, versucht die Regisseurin Mahnaz Afzali das Leben der Frauen im Iran näher zu bringen.

Heute um 20:30 im Stadtkino.


»A Home at the End of the World« wird die heurige Viennale als Abschlussfilm beenden. Wobei, keine Angst,  so ganz vorbei ist es danach noch nicht. Der Film von Michael Mayer erzählt über 15 Jahre hinweg die Geschichte des Bobby Morrows von den späten 60ern bis in die frühe 80er.
Mayer hat den Roman von Cunningham, der auch das Drehbuch schrieb, für seinen Film adaptiert. Ein feines Spielfilmdebüt mit Colin Farell in der Haupt- und Sissy Spacek in einer Nebenrolle.

Heute um 23:00 im Gartenbaukino.


Wie angekündigt bietet die Viennale heuer einen Bonustrack und zeigt morgen, am 28. 10. von 6:00 bis 24:00 in der Urania allerlei cineastische Schmankerln.
Weitere Informationen: www.viennale.at

Die Abschlussparty, am 28. 10. ab 22:00, wird die Viennale in der Zentrale beschließen. Auflegen werden Tschamba Fii und ein Moderator von La Boum de Luxe.
Und noch mal der Hinweis auf The Melvins, die drei Streifen des Experimentalfilmers Cameron Jamie live vertonen werden. Am 10. 11. um 20:30 im Gartenbaukino.

Die Viennale 2004 scheint fast geschafft und nach einer kurzen Erholungspause zählen wir bereits die Tage bis zum nächsten Jahr. Mit Gustav Deutschs Worten: »Film ist.«