A sound somebody makes who tries not to make a sound

»The door in the floor« (der mittelmäßige deutsche Titel lautet »Die Tür der Verführung« ) ist die Verfilmung eines Romans von John Irving. Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar, das den Tod ihrer Söhne nicht verarbeiten kann.

Vor allem die Mutter ist es die Jahre später immer noch das unsagbare Leid nach außen trägt und ihr Leben nicht in den Griff zu kriegen scheint. Ihr Mann Ted ist Kinderbuchautor (hervorragend Jeff Bridges) und vergnügt sich derweil mit Alkohol und seinen Affairen u.a. einem Aktmodel, dass ihm Vorlage für seine malerischen Ambitionen steht. Auch er ist nicht fähig seiner Frau Marion (Kim Basinger) die Trauer zu nehmen. Die Ehe ist schon längst dem Endpunkt nahe. Zusammen haben sie noch eine weitere Tochter von etwa fünf Jahren, die stets im unsichtbaren Schatten der beiden, vor ihrer Geburt, verlorenen Brüder steht. Ihr Leben besteht aus Ritualen, täglich begutachtet sie mehrmals die unzähligen Fotos der Buben an der Wand, kennt die Geschichten dazu längst auswendig.

Zu Beginn weckt das Mädchen den Vater, weil es ein Geräusch gehört hat. Auf die Frage was für ein Geräusch das gewesen sei, antwortet sie. „A sound somebody makes who tries not to make a sound“. Der Vater nimmt diesen Satz am nächsten Morgen als Titel für sein neues Buch. Dafür hat er sich bereits einen Assistenten auserkoren.
Ted konfrontiert Marion mit der Tatsache, er wolle einen 16jährigen Jungen über die Sommerferien aufnehmen. Dieser wolle ebenso Schriftsteller werden, außerdem ist er der Sohn des ehemaligen Englischlehrers der beiden verunglückten Söhne.

Eddie tritt in das Leben der Kleinfamilie. Er steht Ted als Hilfsassistent zur Seite. Bald schon fühlt sich Eddie angezogen von der tieftraurigen Marion, deren Schönheit durch die Trauer dennoch nicht verblassen zu scheint.

Diese erwidert schon nach kurzer Zeit Eddies Zuneigung und eine Affaire beginnt. Die Mutter die mit einem Jungen schläft der ihr Sohn sein könnte.

Ein sensibler und gelungener Film von Tod Williams, der sich vor allem durch die zurückhaltende Tonigkeit (der Film bedient sich eher blassen Pastelltönen) auszeichnet, sowie durch die großartige Besetzung. Jeff Bridges verkörpert seinen ambivalenten Charakter auf authentisch sympathische Weise, selbst das „Dude“ aus »Big Lebowski« wird er nicht mehr los. Auch Kim Basinger steht das Leid einer von Schicksalsschlägen gezeichneten Frau buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

»Die Tür der Verführung« (»The door in the floor«, USA 2004) von Tod Williams läuft bereits seit 22.10 in den Kinos.