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Studio Dan feat. Ingrid Laubrock & Tom Rainey
Studio Dan feat. Ingrid Laubrock & Tom Rainey – New
Yorker Jazzpositionen in Wien
Am 26. Februar 2026 gastiert das Wiener Ensemble Studio Dan im MuTh mit einem
außergewöhnlichen Projekt, das zwei zentrale Persönlichkeiten der New Yorker
Jazz- und Improvisationsszene nach Wien bringt: die Saxophonistin und
Komponistin Ingrid Laubrock sowie den Schlagzeuger Tom Rainey.
Studio Dan setzt damit seine Zusammenarbeit mit Ingrid Laubrock fort, die 2025 mit dem
Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet wurde. Bereits 2023 entstand mit Zones 1+2 ein
Auftragswerk für das Ensemble, uraufgeführt bei den Klangspuren Schwaz und später im
Rahmen von Wien Modern im Porgy & Bess. Für 2026 ist nun eine neue Komposition
geplant, die gemeinsam mit Laubrock und Tom Rainey erarbeitet, uraufgeführt und
aufgenommen wird.
Nahe am Publikum
Das Konzert eröffnet dem Publikum einen Zugang zu einer zeitgenössischen Musikpraxis,
die sich bewusst jenseits klarer Genrezuordnungen bewegt. Die Musik ist weder
akademisch abgeschlossen noch rein improvisatorisch angelegt, sondern verbindet
strukturelle Klarheit mit klanglicher Offenheit und unmittelbarer Präsenz. Gerade vor dem
Hintergrund zunehmend durchlässiger Genregrenzen bietet der Abend Einblicke in eine
Arbeitsweise, die in den USA längst etabliert ist und in Europa erst allmählich stärker
wahrgenommen wird.
Begleitend zum Konzert lädt Studio Dan zu einem moderierten Gesprächsformat namens
„Amuse-Gueule“ rund eine Stunde vor Konzertbeginn ein. In unmittelbarer Nähe zum
Ensemble erhalten Besucher:innen Einblicke in die Entstehung des Projekts, in
kompositorische und improvisatorische Entscheidungsprozesse sowie die Möglichkeit,
Fragen zu stellen.
Über die Zusammenarbeit
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht das gleichberechtigte Nebeneinander von
kompositorischer Präzision und improvisatorischer Freiheit. Mit Tom Rainey, einem der
profiliertesten Schlagzeuger und Improvisatoren seiner Generation, erweitert sich das
Ensemble um eine Stimme, die für extreme formale Wachheit, klangliche Sensibilität und
strukturelle Risikobereitschaft steht. Das entstehende Ensemble-Setting eröffnet neue
Räume für Interaktion, für offene Formen und für eine vielschichtige klangliche
Dramaturgie. Zugleich unterstreicht das Projekt die ästhetische Ausrichtung von Studio
Dan, das seit Jahren Impulse setzt, die in der internationalen Festivallandschaft oft erst mit
zeitlicher Verzögerung aufgegriffen werden
Über die Musiker:innen
Die in New York lebende Saxophonistin und Komponistin Ingrid Laubrock zählt zu den
prägenden Stimmen einer Generation, die Jazz, Improvisation und zeitgenössische Musik
nicht als getrennte Disziplinen versteht, sondern als ein zusammenhängendes,
dynamisches Feld. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine präzise formale Konzeption
ebenso aus wie durch eine ausgeprägte Offenheit für das Unvorhersehbare und den
Moment der Aufführung.
Studio Dan arbeitet seit seiner Gründung an den Übergängen zwischen Jazz, Neuer Musik
und experimentellen Praktiken. Während diese Schnittstellen in Europa lange stark von
der Tradition einer strikt ausformulierten Avantgarde geprägt waren, orientiert sich das
Ensemble bewusst an Strömungen des amerikanischen Experimentalismus. Bezugspunkte
reichen von George Crumb und Pauline Oliveros über Frank Zappa bis zu John Zorn, Fred
Frith, Anthony Coleman, Elliott Sharp oder Anthony Braxton. Charakteristisch für diese
Tradition sind flachere Hierarchien, improvisatorische Elemente und eine Suche nach
künstlerischer Energie im Spannungsfeld von Struktur und Freiheit.
Ingrid Laubrock steht exemplarisch für diese Haltung. Ihre Kompositionen integrieren
Körperlichkeit, Risiko und situative Entscheidungen als zentrale Bestandteile eines
zeitgenössischen musikalischen Denkens. Die Musik entsteht im Moment, bleibt dabei
jedoch klar strukturiert und architektonisch präzise. Dieses Spannungsfeld verbindet ihre
Arbeit unmittelbar mit der ästhetischen Praxis von Studio Dan – eine Verbindung, die
diese Zusammenarbeit sowohl folgerichtig als auch künstlerisch besonders fruchtbar
macht
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