Evocation of Absent Landscapes
Mit Evocation of Absent Landscapes öffnet Bosse in DAS WEISSE HAUS einen begehbaren Ort für abwesende Landschaften. Diese Landschaften sind durchzogen von Spuren, die ihre menschlichen und nichtmenschlichen Bewohner*innen hinterlassen haben. Sie beschwört die Begegnungen mit ihnen herauf, mit ihren Rissen und Wunden. Salz, Sand, Schlamm, Wolle und Haare rieseln und tropfen, sie besetzen die vertikalen und horizontalen Achsen der Galerie. Die ausgebreiteten Materialien treffen auf Videoarbeiten, in denen Körper Landschaften begegnen, die 11.000km entfernt sind. So entstehen Situationen, die anziehen und abstoßen, aufreißen und erschüttern. Zwischen Organischem und Anorganischem, Weichem und Flüssigem, zwischen Sound und Video entsteht ein berührbarer dritter Ort, ein erfahrbares, hybrides Zwischen.
Neben der Opening Performance am 30. Juni wird die multimediale Installation von Claudia Bosse und eingeladenen Künstler:innen aktiviert und verändert, heimgesucht von Gestalten, die zu anderen Lesarten einladen. Sie rufen mit ihren Körpern und Stimmen abwesende Landschaften auf und laden zu planetarischem Denken ein oder verschiedenen Lektüren der Welt.
Die Serie ‚haunted landscape/s‘ begreift den Planeten als von Eingriffen gezeichneten Organismus. Bosse sucht nach ästhetischen Mitteln, um die vom Menschen geschlagene Kluft zur belebten Umgebung sensorisch erfahrbar zu machen und gemeinsam mit Künstler:innen und Expert:innen transhumane Narrative zu erproben.
Mit den Aktivierungen in Evocation of Absent Landscapes holt Claudia Bosse Arbeiten erstmals nach Österreich und setzt sie im WEISSEN HAUS in Dialog mit ihrer Installation.
Die Opening Performance ist ein erweitertes Re-Enactment der ersten theatercombinat Performance im Berliner Podewil 1997 (“Sinn Egal. Körper Zwecklos”), visuell eindrücklich in Erinnerung über an ihren Haaren mit der Decke verbundenen Performer:innen. Die Performance „Evocation of Absent Landscapes“ ruft mit Stimme und Körper indonesische Landschaften an und feierte dieses Jahr in Stockholm Uraufführung. Die Performance „Cracks in Landscapes“ mit Salz, Erde, Latex und Ton ist ein performatives Poem, zu jeder Aufführung neu zusammengesetzt, bisher in Zagreb 2025 und in Genf 2026 in Erscheinung getreten.
Gleichzeitig werden auch völlig neue Interventionen entworfen.
“Voicing the Art” ist eine ungewöhnliche, audiodeskriptive Performance, die die Materialien der Installation als Landschaften beschreibt. Die Finissage am 11. Juli versammelt schließlich über acht Stunden Künstler:innen, Performer:innen und Forscher:innen von Landschaftsarchäologie, Weltraumarchitektur bis zu Tanz, die eingeladen sind, mit je eigenem Schwerpunkt mit den abwesenden Landschaften und der Installation in Kontakt zu treten.
Evocation of Absent Landscapes
Multisensorische Installation
Veranstaltungsort: DAS WEISSE HAUS
Adresse: Hegelgasse 14, 1010 Wien, Österreich
Laufzeit der Installation: 01.-11. Juli 2026
Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr 13:00-18:00 Uhr, Do 13:00-20:00 Uhr, Sa 11:00-14:00, und nach Vereinbarung
Freier Eintritt
Die Installation wird während ihrer gesamten Laufzeit durch Performances und Interventionen aktiviert.
Dienstag, 30. Juni 2026, 18:00 Uhr: Opening Performance der Installation
mit Christa Zuna-Kratky, Larry Mey, Lena Schattenberg, Neža Kokalj und Elias Austaller
Donnerstag, 02. Juli 2026, 19:00: Performance Evocation of Absent Landscapes
Eine Beschwörung von Landschaften mit Stimme, Bewegung, Video und Klängen, die 11.000 km entfernt sind mit und von Claudia Bosse und Sounds von Günther Auer
Samstag, 04. Juli 2026, 12:00 Uhr: Voicing the Art
eine weirde audiodeskriptive Performance als Reaktion auf Claudia Bosses sensorische Installation
mit der Künstlerin und Audiodeskriptorin Louise Ahl
Donnerstag, 09. Juli 2026, 19:00 Uhr: Performance Cracks in Landscapes
eine poetische Spekulation zwischen mythischen Figuren, schmutzigen Händen und eigener Biografie von Claudia Bosse mit Erde, Ton, Salz und den Live-Klängen von Günther Auer über unsere Zeug:innenschaft und die Zukunft unseres Planeten.
Samstag, 11. Juli 2026, 12:00 – 20:00 Uhr: Finissage als 8-stündige performative Landschaft
mit Aktivierungen der Installation sowie Lektüren von Landschaften eingeladener Künstler*innen:
Perel (interdisziplinäre Künstlerin, die mit Queerness und dis/ ability arbeitet)
Dimitrij Mlekuž (Landschaftsarchäologe),
Barbara Imhof (Weltraum Architektin und Design Forscherin),
Neža Kokalj, (Tänzerin und Performerin),
Martina Ruhsam (Tanz-Performance Forscherin und Künstlerin),
Carla Rihl, (Performerin und Bildhauerin),
Lena Schattenberg (Tänzerin und Performerin),
Yosi Wanunu (Künstler und Regisseur)
Kai Feldhammer (Künstler)
Martina De Dominicis (Performerin und Choreografin)
Adam Czirak (Performance-Theoretiker und Koch)
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