wien modern

Vom 5. bis zum 28. November 2015 wird das Festival WIEN MODERN in seiner 28. Ausgabe ein dichtes Netz zeitgenössischer Musik über die Stadt spannen.

Die Musik der Gegenwart ist gekennzeichnet durch eine Vielfalt von Formen und Gattungen, Ausdrucks- und Erscheinungsformen. In der Annahme, dass jede Musik von kulturellen, historischen und sozialen Parametern ihrer Entstehungszeit gekennzeichnet ist, begibt sich WIEN MODERN in dieser Saison auf die Suche nach den künstlerischen Intentionen, welche die heute vorherrschenden kompositorischen Ausdrucksfelder prägen. Ganz im Zeichen von Pop.Song.Voice wird die Stimme als Instrument zum Vermittler zwischen «Meisterwerken» der Neuen Musik und der avancierten Popmusik. Nach Tanz und Film kommt es in diesem Jahr zu einer weiteren Aufnahme der Alltags- und Populär-Kultur unserer Zeit. Die Reise, mit dem Bestreben starre Grenzen zu überschreiten und zu durchbrechen, geht weiter.

Die Eröffnung von WIEN MODERN #28 am 5. November im Wiener Konzerthaus steht ganz im Zeichen des «Großmeisters» der Neuen Musik. Anlässlich des 90. Geburtstages von Pierre Boulez bringt das ORF Radio-Symphonieorchester unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister Pli selon pli zum Erklingen. Bereits die Aufführung dieser Meilensteinkomposition des 20. Jahrhunderts verdeutlicht in fünf Sätzen verschiedene Lösungen für den Umgang mit Musik und Sprache in der Musik der Gegenwart. Aber bereits das Programm des Eröffnungswochenendes entführt in eine ungewohnt unterhaltsame Klangwelt des Hier und Jetzt.

Pop.Song.Voice

Nach Tanz und Film/Fernsehen findet bei der 28. Ausgabe von WIEN MODERN das Thema Pop Eingang ins Festivalprogramm und vollendet die „Trilogie des Populären“. Im Zeichen von Pop.Song.Voice steht die Frage nach den Schnittstellen von zeitgenössischer Musik und Populärkultur heuer im Mittelpunkt. In vielfältigen Projekten wird dabei über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Neuer Musik und den Arten des Populären reflektiert sowie deren Wechselbeziehungen aufgegriffen. Als Vermittler zwischen diesen zunächst sehr unterschiedlich scheinenden musikalischen Welten fungiert die Stimme, der Gesang. Die Verwendung der Stimme als Instrument hat im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts immer wieder große Entwicklungen erlebt, welchen in dieser Festivalausgabe ebenfalls nachgespürt werden soll.

Stimmgewaltig und ganz im Zeichen von Pop.Song.Voice widmen sich am ersten Festivalwochenende mit Georg Nigl, Anglika Luz, David Moss und Christian Zehnder vier außergewöhnliche Stimmen den unterschiedlichen Perspektiven der Gattung Lied im 20. und 21. Jahrhundert.

So 8. November | 16:00 Uhr | Brotfabrik | Anker.Saal

Auch Olga Neuwirth stellt mit „Hommage à Klaus Nomi“ Stimme und Pop ins Zentrum. Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Cornelius Meister präsentiert am 9. November im Musikverein ihr Werk. Es ist eine musikalische aber auch biografische Auseinandersetzung mit dieser einzigartigen Persönlichkeit, präsentiert vom britischen Countertenor Andrew Watts. Weiters steht Gerhard E. Winklers „Anamorph II (Fake: a Suite)“ am Programm. Wie der Titel verrät, ist es eine Suite, die keine ist. Tänzerische Elemente scheinen in den fünf Sätzen immer wieder durch.

Mo 9. November | 19:30 Uhr | Musikverein | Großer Saal

Auch heuer zeigt das Arditti Quartet das große Potential zeitgenössischer Streichquartett-Komponisten. Das weltweit führende Uraufführungs-Ensemble präsentiert bei der diesjährigen Festivalausgabe wieder ausschließlich Erst- und Uraufführungen von internationalen Komponistinnen und Komponisten.

Do 12. November | 19:30 Uhr | Wiener Konzerthaus | Mozart-Saal

Eine Reihe an Konzertabenden findet dieses Jahr wieder in der Alten Schmiede statt. Werke von Luigi Archetti und Bo Wiget sowie von Boris Hauf machen am 14. November den Anfang. Die Komponistinnen und Klangkünstlerinnen Hui Ye und Veronika Mayer setzen am 21. November die Konzertreihe fort und widmen sich den Klängen. Auch Chieko Mori thematisiert an diesem Abend in ihrer Komposition den Moment des Klangs.
Sa 14. November | 17:00 Uhr | Alte Schmiede I
Audio-Elektronische Musik, Improvisation

Sa 14. November | 19:00 Uhr | Alte Schmiede II
Boris Hauf: Songs 2010-2015

Sa 21. November | 17:00 Uhr | Alte Schmiede III
Hui Ye: Neues Werk (UA), PIN
Veronika Mayer: Neues Werk (UA), Kadmiumgelb

Sa 21. November | 19:00 Uhr | Alte Schmiede IV
Oliver Grimm: Voice from Cactus, Neues Werk (UA), Elektroakustische Komposition für japanisches Koto und Lautsprecher in vier Teilen. Teil 4 (2012) UA, Saitenstudie 3
Chieko Mori: Improvisation, Neues Werk (UA), Kicyo, Lisbon no Yube (UA), Kouru

PHACE präsentiert ein vielfältiges Programm an Erst- und Uraufführungen im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses. Darunter ist Olga Neuwirths Werk „Five daily miniatures“ sowie Katharina Klements „in dem HIMMEL benannten Darüber“ zu erleben.

Fr 20. November | 19:00 Uhr | Wiener Konzerthaus | Berio-Saal

Pop- und Rock-Songs, Tänze sowie bekannte Rhythmen spielt das Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig am 22. November im Musikverein: So erscheinen etwa in Gerhard E. Winklers „Anamorph Va: 3 Rocktänze“ Frank Zappa, Miles Davis und Bill Haley oder in Lukas Ligetis „Is It A Sin?“ die Pet Shop Boys.
So 22. November | 19:30 Uhr | Musikverein | Brahms-Saal

Mit dem schier unendlichen Facettenreichtum der menschlichen Stimme setzt sich Eva Reiter in ihrem neuen Werk „The Lichtenberg Figures“ auseinander und lässt auch das Instrumentarium des belgischen Ictus Ensembles selbst zur Stimme werden.

Mi 25. November | 19:30 Uhr | MuTh

In ihrem Konzert für WIEN MODERN am 25. November lotet das Black Page Orchestra, ein junges Ensemble, die Grenzbereiche zwischen komponierter Musik, multimedialer Komposition, Video und Elektronik aus und stellt dabei Bezüge zu Pop und Popkultur her.

Mi 25. November | 21:30 Uhr | Porgy & Bess

Electric Indigo setzt sich gemeinsam mit Pia Palme und Jorge Sánchez-Chiong in „N°1: A Phenomenology of Pop“ auch mit pop-spezifischen Themen auseinander. Klangexzerpte, Pop-Charts oder die Lyrics der Songs sind Ausgangspunkte für diese drei Uraufführungen.

Do 26. November | 19:30 Uhr | Wiener Konzerthaus | Berio-Saal

Einen Abend in Travestie gibt es am 26. November im Fluc zu erleben. Das Ensemble Platypus lässt Hits der neuen Musik erklingen, die umgedeutet werden und dabei auch zum Tanzen einladen.

Do 26. November | 21:30 Uhr | Fluc

Das portugiesische Remix Ensemble zeigt mit „Pink Velvet’s Bad Trip“ eine Hommage an The Velvet Underground und Pink Floyd und versetzt uns damit zurück in eine der kreativsten und exzessivsten Perioden der Rockmusik des 20. Jahrhunderts.

Fr 27. November | 18:00 Uhr | Wiener Konzerthaus | Mozart-Saal

Das deutsch-isländische Ensemble Adapter präsentiert im Semperdepot mit „Medley für Instrumente mit Elektronik“ rhythmisch prägnante Musik zu Diaprojektoren, Elektronik, Schlagzeug und Beatfragmenten.

Fr 27. November | 20:30 Uhr | Semperdepot

Zum Finale des Festivals begibt sich das Ensemble Nikel und Alexander Schubert in „Nikel – rAVE nIGHT vIENNA“ auf die Suche nach der Essenz des Pop. Mit Techno, Eskapismus, Film, Musik, Ego und Alter Egos, Licht, Nebel, tosenden Gitarren, Schlagzeug und vielen Klischees geht die 28. Ausgabe des Festivals mit dieser rauschenden Party schließlich zu Ende.

Sa 28. November | 20:00 Uhr | WUK | Großer Saal

Weiters wird die Frage nach den Schnittmengen von avancierter Popmusik und Neuer Musik Gegenstand der WIEN MODERN KünstlerInnengespräche und des Symposions sein.

Auch die legendären StudioNÄCHTE stehen dieses Jahr ganz im Zeichen von Pop.Song.Voice und finden heuer eine Fortsetzung in der Electro Gönner Bar. WIEN MODERN lädt ein, im einstigen Elektrofachhandel bei Ofenrohr-Installationen, Klebeband-Bildern, leuchtenden Fotos und skurrilen Möbeln zu verweilen, über Gehörtes bei einem Glas Wein zu reflektieren und zu den DJ-Lines von Electric Indigo, Jade, Tingel Tangel und Zirkus Maximus zu tanzen. Neues zu hören gibt es bei den Live-Gigs, unter anderem von Maja Osojnik, Patrick Wurzwallner und dem Trio BOA, die die Abende stimmig ausklingen lassen.
Fr 6. November | 22:00 Uhr | Elektro Gönner
WIEN MODERN StudioNACHT I
DJ Patrick Pulsinger

Fr 13. November | 22:00 Uhr | Elektro Gönner
WIEN MODERN StudioNACHT II
DJane Electric Indigo, DJane Jade, Maja Osojnik & Patrick Wurzenwallner gemeinsam live!

Fr 20. November | 22:00 Uhr | Elektro Gönner
WIEN MODERN StudioNACHT III
DJ Team Tingel Tangel

Fr 27. November | 22:00 Uhr | Elektro Gönner
WIEN MODERN StudioNACHT IV
DJ Team Zirkus Maximus, Trio BOA live!
 

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