steirischer herbst & musikprotokoll

25.9.-18. 10. @ Graz

Als Leitmotiv hat sich der steirische herbst heuer »Back to the Future – Relikte, Spuren und andere Hinterlassenschaften« gewählt. Und das von 8. bis 11.10. stattfindende Musikprotokoll beschäftigt sich mit »Future Vintage«. Wie umgehen mit überquellenden Vergangenheitsüberschreibungen bei gleichzeitigem Beharren, daraus Zukunftsentwürfe abzuleiten? Dass es eine Krise im Jetzt gibt, ist ja unbestritten. So schwierig die Aufgabenstellungen, so vielfältig die Angebote des steirischen herbsts und des Musikprotokolls. Die Theatermacher von Rimini Protokoll ergründen die Faszination von »Mein Kampf«, die polnische DJ Anastasia Filipovna lädt zu einer postkolonialen Soundreise zwischen Europa und der Karibik und Joachim Hainzl, Grazer Sozialhistoriker und Gründer des sozialkulturellen Vereins Xenos, präsentiert mit »Recycled History« entsorgtes Wissen und verworfene Erinnerungen. Herausragend auch die Popmusik-Reihe »Soundtracks«: Während Molly Nilsson New Wave heutigen Ohren nahelegt, entfachen The Young Fathers einen eruptiven Strudel zwischen Post-Punk und HipHop. Ihre Platte »White Men Are Black Men Too« (Big Dada) zählt zu den interessantesten Releases des heurigen Jahres. Das Musikprotokoll, genretraversierend wie stets, legt einen Schwerpunkt auf eine Aufarbeitung österreichischer Elektronikhistorie. Anlass dafür ist das 50-jährige Bestehen des Grazer Instituts für Elektronische Musik und Akustik IEM. Konzerte kommen von Katharina Klement, Dieter Kaufmann, Vinzenz Schwab u. a. Fennesz bespielt mit dem RSO Wien die List-Halle und mit den Projekten Pasajera Oscura (chra, Irradiation) sowie Dolomite Dub (Jürgen Berlakovich, Susanna Gartmayer, Ulrich Troyer) kreuzen sich Electronica mal Dub in der Zukunftsechokammer.