skug #78

Editorial

Gerade als wir diese Zeilen schreiben, liest Steven Lee Beeber im Jüdischen Museum der Stadt Wien aus seinem Buch über die jüdischen Wurzeln des New-York-Punk (siehe Seiten 52-53). Anlass, einmal mehr auf das hohe Ma&szlig von mit Musik verquickter Textproduktion hinzuweisen. So war Austrofreds schonungsloser Blick in die österreichische Pop-Psyche namens »Ich rechne noch in Schilling« ausschlaggebend für ein exklusives Musik-Blind-date. Ebenfalls Buchautor ist Sigi Maron, der nach seinem gloriosen Comeback beim KP-Volksstimmefest wieder Konzerte gibt. Und weil es kein Zufall sein kann, dass gerade jetzt dieser Veteran der linken Liedermacherszene wieder öffentlich auftritt, haben wir uns auch mit Willi Resetarits unterhalten. Spitzen die Ohren aber auch in Gegenwart der Residents, lassen uns von Gitarren-Noise-Pionier Rhys Chatham einiges über Pop, Kunst und Avantgarde erzählen, vertiefen diese Aspekt anhand der »Self-destructive art« von Gustav Metzger und finden bei Marianne Dissard, The Lucky Dragons oder Krautnoise das eine oder andere neue Paar Ohren. Die allgegenwärtige Krise kommt hingegen bei so unterschiedlichen Themen wie Jazzrock, Pop & Theater sowie globalen Bastard-Musiken zur Sprache. Natürlich waren wir auch wieder im Kino, haben mit Andrew Bujalski geredet, erneut das transatlantische Feedback der Monks auf uns wirken lassen und erörtern das aktuelle Interesse an Pornografie.

News gibt es auch aus der Redaktion. Da begrü&szligen wir Frank Apunkt Schneider, den Bamberger Au&szligenposten des KünstlerInnenkollektivs monochrom und Autor von »Als die Welt noch unterging: Von Punk zu NDW«. Weiters gratulieren wir skugs own Jürgen Plank, der mit seinem Ersten Wiener Heimorgelorchester und der Ode an die Bodenständigkeit »Widerstand ist Ohm« beim heurigen Protestsongcontest die Lorbeeren abstaubte. Und zum Schluss verweisen wir einmal mehr auf die Salon skugs im Wiener rhiz und Fluc, wo etwa skug-Autor Saša Mileti? mit Fear Eats Soul auftreten wird. Als Slavoj Žižeks legitimer Sohn feierte der Buchautor in spe (»Rock’n’Roll in Titos Jugoslawien«) im berüchtigten Schnapsloch Solopremiere als Slavooj

Inhalt skug #78

Sigi Maron, Austrofred, Rhys Chatham, The Residents, Gustav Metzger, Pop und Theater, Andrew Bujalski, Heebie Jeebies, Die Monks als transatlantische Feedbackschlaufe, Marianne Dissard, Krautnoise, »Porno Unplugged«