UHLICH & DANCERS © Daniel Gottschling

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»Redefining Action(ism)« 17. 7.-14. 8. ImPulsTanz-Festival, Wien

Miguel Gutierrez, mit dem er sich, wie der ach so abscheuliche Günter Brus damals seinen Körper, heute sein Gesicht spaltet, oder Akemy Takeyas blutige Zitronenzerteilung mögen etwas plakativ wirken – aber die zwei Sujets bzw. Performer sind sicher nicht ohne Grund Aushängeschilder für die in Kooperation mit dem mumok initiierte – und insgesamt sehr vielversprechend programmierte – Schiene »Redefining Action(ism)«. Entgleisung ist dabei ebenso Programm wie, natürlich, Körpereinsatz. Und was etwa Ivo Dimchevs neues »Facebook-Theatre« mit (Wiener) Aktionismus zu tun hat, fragt sich nur, wer den enigmatischsten aller Performer noch nie live erlebt hat. Ähnlich wie im »P-Project« (2012) wird das Publikum den Verlauf des Stücks auch diesmal mitbestimmen. More risk, more fun gilt ebenso für die restliche Auswahl aus dem üppigen Angebot: Soll man es wagen, sich dem Gezeter des »museum troll« Zak Ray auszusetzen? Oder will man lieber miterleben, wie die famose Elisabeth B. Tambwe ihr Lieblingsobjekt genmodifiziertes ›Superhendl‹ in Szene setzt? Oder etwa dabei zuschauen, wie der flamboyante Keith Hennessy sein »ActionJism« verspritzt? Spannend auch die Frage, was Anne Juren in der Fortführung von »Magical« hervorzaubern wird bzw. woraus, war es doch ihre Vagina, die im fantastischen Auftakt (2011) als Zauberhut fungierte.
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