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Von der Internationale zum Neokommunismus

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At a certain point in his thinking Marx needed the Paris Commune in order to make the leap and conceive communism in concrete terms as an effective alternative to capitalist society.

Michael Hardt/Antonio Negri, »Empire« (2000)

Wir müssen noch »Volk«, »Arbeiter«, »Abschaffung des Privateigentums« etc. sagen können, ohne in unseren eigenen Augen als altmodisch dazustehen.

Alain Badiou, »Die kommunistische Hypothese« (2001)

Die Mannigfaltigkeit der Klassenkämpfe

article_8568_17_monument_marx_und_enge_160.jpg Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Karl Marx und Friedrich Engels,
»Manifest der Kommunistischen Partei« (1847/1848)

Eine Revolution ist kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken; sie kann nicht so fein, so gemächlich und zartfühlend, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden. Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse eine andere Klasse stürzt.
Mao-Tse-Tung, »Das kleine Rote Buch« (1965)

Von Proletariat, Kognitariat und Prekariat

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It’s class warfare, my class is winning, but they shouldn’t be.

Warren Buffet, Interview mit CNN (2005)

Das Subjekt historischer Erkenntnis ist die kämpfende, unterdrückte Klasse selbst. Bei Marx tritt sie als die letzte geknechtete, als die rächende Klasse auf, die das Werk der Befreiung im Namen von Generationen Geschlagener zu Ende führt. Dieses Bewußtsein, das für kurze Zeit im »Spartacus« noch einmal zur Geltung gekommen ist, war der Sozialdemokratie von jeher anstößig. Im Lauf von drei Jahrzehnten gelang es ihr, den Namen eines Blanqui fast auszulöschen, dessen Erzklang das vorige Jahrhundert erschüttert hat. Sie gefiel sich darin, der Arbeiterklasse die Rolle einer Erlöserin künftiger Generationen zuzuspielen. Sie durchschnitt ihr damit die Sehne der besten Kraft. Die Klasse verlernte in dieser Schule gleich sehr den Haß wie den Opferwillen. Denn beide nähren sich an dem Bild der geknechteten Vorfahren, nicht am Ideal der befreiten Enkel.

Walter Benjamin, »Über den Begriff der Geschichte. These XII« (1940)

Von Klassen und Klassifikationen

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Die Eigentümer von bloßer Arbeitskraft, die Eigentümer von Kapital und die Grundeigentümer […] bilden die drei großen Klassen der modernen, auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden Gesellschaft. In England ist unstreitig die moderne Gesellschaft, in ihrer ökonomischen Gliederung, am weitesten, klassischsten entwickelt. Dennoch tritt diese Klassengliederung selbst hier nicht rein hervor.

Karl Marx, »Das Kapital. Dritter Band« (1894)

Mit Marx durch den März: Auftakt zu den Karl-Marx-Wochen

article_8550_gue_4_auf_3_opener_160.jpg Nicht alles, was begraben liegt, ist auch tot. Am 14. März 2017 werden es 134 Jahren sein, seitdem Karl Marx für immer vom Spielfeld genommen wurde. Die Gedanken, Argumente und Einfälle (von Ideen zu reden ist bei einem konsequent materialistischen Autor etwas missverständlich) haben ihren Schöpfer aber offenbar überlebt. Marx’ geistiges Kapital trägt bis heute Zinsen. Die Liste derer, die sich auf ihn beziehen, ist unüberschaubar: Adorno, Foucault, Marcuse, Fromm, Deleuze, Derrida, Eribon, Žižek und so weiter. Eigentlich müsste somit die Relevanz von Marx kaum nachgewiesen werden, dennoch kann er ebenso in einer Liste der verfemten AutorInnen geführt werden. Im intellektuellen Mainstream zeigt sich, es werden gerne die größten geistigen Dehnungen und Spreizungen vollführt, um nur ja nicht eingestehen zu müssen, ein Gedankenzug sei in Gang gekommen durch den ollen Marx.
die Redaktion | 04.03.2017 mehr lesen

Marx gespenstert und hat Recht

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Die Menschen machen ihre eigene Geschichte,
aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden.


Wenn sie eben damit beschäftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwälzen,
noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionärer Krise beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüm, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neue Weltgeschichtsszene aufzuführen.
Karl Marx, »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« (1852)


Ein Gespenst geht um in Europa […].
Karl Marx und Friedrich Engels, »Manifest der Kommunistischen Partei« (1847/1848)

Hamlet: Rest, rest, perturbed spirit! […]
The time is out of joint. […]

Ghost: I am thy father’s spirit.
Shakespeare, »Hamlet« (1602), zit. nach Jacques Derrida, »Spectres de Marx« (1993)

Linke Archive retten III

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Bevor im März auf skug.at die Karl-Marx-Wochen starten, publizieren wir Teil III des ambitionierten Projekts »Rettung linker Archive« von skug-Autor Alessandro Barberi. Die Quasi-Nuller-Ausgabe »Die symbolischen Ordnungen des Politischen« sowie Teil I »Der Werwolfsheißhunger des Kapitals und seine Geschichte« (skug #74) und Teil II »Wikileaks. Eine digitale Revolution der Verschwörung« (skug #86) sind bereits online, der dritte Teil erschien in skug #95, wurde in Erinnerung an Pierre Bordieu und Michel Foucault geschrieben und zeigt, wie die Blue Chips der Wissenschaft fungieren.

Die Texte dieser Serie erinnern daran, wie eigentümlich unentschlossen Karl Marx in der deutschsprachigen Welt rezipiert wird. So wurden Deleuze und Foucault ihre Marx-Stachel rausredigiert, dabei hatte es Foucault beispielsweise geschafft, mit seiner Selbstdefinition als »Nietzscheanischer Kommunist« sowohl in West- als auch in Ostdeutschland in den Häfen einzufahren. Seien wir den Franzosen dankbar, sie haben in ihrem Denken mit Marx dessen einzig schmerzliche Lücke gefüllt: den Sex. Im zweiten, Noël Akchoté gewidmeten Teil ruft Barberi den immer noch brandaktuellen Bezug zwischen Wikileaks und der veränderten medialen Öffentlichkeit in Erinnerung, zeigt sich hier doch, wie die Kräfte der Bourgeoisie und die von ihr betriebene Kontrollgesellschaft langsam auf paranoid drehen. Und letztlich zeigt der vorliegende dritte Teil, wie uns etwas potenziell sehr Schönes genommen zu werden droht, im Generalangriff auf unsere Bildungsstätten, die zu »Hitparaden der Intellektuellen« degenerieren und ansonsten dämliche Unterwerfungsriten initiieren. Unbedingt lesen!

Der Werwolfsheißhunger des Kapitals und seine Geschichte

article_5318_foucault_160.jpg »Es scheint mir auf jeden Fall so zu sein, dass der Begriff der Gerechtigkeit im Inneren der Klassengesellschaft als Forderung der unterdrückten Klasse und als Rechtfertigung der unterdrückenden Klasse funktioniert. [??] Ich bin mir nicht sicher, ob wir in einer klassenlosen Gesellschaft den Begriff der Gerechtigkeit verwenden würden«
(Michel Foucault gegen Noam Chomsky, 1971)

Wikileaks. Eine digitale Revolution der Verschwörung

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(für Noël Akchoté)

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»Man muss noch Chaos in sich haben, um tanzende Sterne zu gebären.« Friedrich Nietzsche

»Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer mit Nachsicht.«
Bertolt Brecht

Die symbolischen Ordnungen des Politischen.

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»Gott hat sich erschossen, denn im Dachgeschoss wird ausgebaut.«
Einstürzende Neubauten

»The unity of the class is therefore a symbolic unity.«
Ernesto Laclau/Chantal Mouffe

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